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Die Fußballschule von Hannover 96 kommt schon seit einiger Zeit regelmäßig auf die Insel Sylt und veranstaltet Trainingcamps für Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren. Sowohl in den Weihnachts- und Osterferien in der Halle, aber natürlich auch in den Sommerferien auf dem Fußballplatz. Mit dabei sind renommierte Trainer, wie der Leiter der Hannover 96 Fußballschule Jürgen Holletzek und auch viele ehemalige Bundesliga-Profis wie Manfred Kaltz, Marcus Marin, Dieter Schlindwein, Christian Sackewitz, Michael Wollitz und weitere.
Das nächste Fußballcamp auf Sylt findet vom 18.Juli 2011 - 22.Juli 2011 statt. Wir dürfen 2 Freiplätze zur Teilnahme an der Fußballschule verlosen. Folgende Leistungen sind im Preis enthalten: 5 Trainingseinheiten à ca. 2 Stunden
komplette Trainingsausrüstung (Fußballschul-Trikot, Hose und Stutzen)
Getränke von Extaler Mineralquell
Eintrittskarte zu einem Heimspiel von Hannover 96 (Kategorie 2)
Teilnahmeurkunde mit Foto
Erinnerungspokal
96-Miniball
Grillabend im TUI Dorfhotel
Chance auf kleine Gewinne bei Wettbewerben
Fußballspaß im Technikparcours und beim Turnier
Autogramme
Drogenprävention durch 96-Suchtmobil od. Fußballquiz
Abschlussturnier
Chance auf Teilnahme am 96-Talenttag
Der Gewinn hat pro Teilnahmeplatz einen Wert von 129,00 Euro und zwei Glückliche können sich freuen.
Anreise und Unterkunft auf Sylt sind nicht im Gewinn enthalten und müssen von den Teilnehmern selbst organisiert und bezahlt werden!
Das müssen Sie tun, um in den Lostopf zu kommen:
Veröffentlichen Sie folgenden Text bei Twitter oder auf IHREM Facebookprofil <Text Anfang> Ich möchte beim Gewinnspiel von Hannover 96 Fussballschule + Sylt TV teilnehmen. http://goo.gl/RY6qb <Text Ende> Um sicher zu gehen das wir Ihren Eintrag auch finden, schicken Sie uns doch bitte die URL dazu per Kommentar oder Email an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .
Falls Sie nicht bei Twitter oder Facebook sind und trotzdem teilnehmen möchten, schicken Sie uns eine Email mit Ihrem Freizeittipp auf Sylt, für Familien mit Kindern an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Sie können eine oder auch alle 3 Möglichkeiten der Teilnahme nutzen, das erhöht Ihre Chance.
Einsendeschluss ist der 18.Juni 2011 24 Uhr - der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
29.07.1943 – Terrorangriffe auf Hamburg, Hamm Hammbrock schwer getroffen, Brandbomben, alles brannte Lichterloh.
Tante Elle und Onkel Robert mit Hansi im Käfig haben sich durchgeschlagen und standen endlich am Altonaer Bahnhof – was nun? Da fiel Robert sein Cousin Hermann Göring ein. Er erreichte ihn sogar: „Hermann, hast Du eine Bleibe für uns?“ „ Ja, kommt in die Schafheide in meine Jagdhütte, da könnt ihr wohnen.“ Aber da wohnten sie nicht lange, Wanzen im ganzen Haus, jedes Wort wurde abgehört. „Hermann hier können wir nicht bleiben, hast Du sonst noch eine Unterkunft für uns?“ „Ja, Min Lütten, unser Ferienhaus in Wenningstedt könnte ich anbieten.“ Und so starteten sie ihre Reise zur Insel Sylt und landeten in dem kleinen Haus am Meer.
Es wurde ein eiskalter Winter, Robert sammelte Treibholz um den Ofen zu beheizen. Aber was sollten Sie anziehen? Sie durchsuchten das ganze Haus und wurden fündig. Eine riesengroße lederne Reithose! Hermanns Reithose, für Robert viel zu groß, aber Ella wickelte sich einen Strick um die Hüften und dann ging´s. Ella war gerüstet für den Winter. 1945 - das wohnen im Häuschen war zu Ende. Die Engländer kamen, um Görings Häuschen zu über nehmen. Geschirr, Silber, Gläser, alles 4-fach war erlaubt, dann raus. Da standen sie wieder ohne ein Dach über dem Kopf auf der Straße. Endlich kamen sie im Haus Bomhoff neben dem alten Kronprinzen unter, der später wegen Abbruchgefahr abgerissen wurde.
1950 - Ella und Robert entschlossen sich ein Grundstück bei der Marienesiedlung zu erwerben. Das letzte Geld wurde zusammen gekratzt und mit der Baugenossenschaft mit einfachsten mitteln ein Häuschen aus Trümmersteinen gebaut.
Die Hose war weiter im Einsatz, nicht nur um weitere eisige Winter zu überstehen. Sie hat erlebt wie sich unsere Insel entwickelt hat. Görings Hose lebt immer noch, und sie hat viel zu erzählen.
Sylt-Geschichte von Gunhild H.
Wir haben Sie ja aufgerufen uns Ihre Sylt-Geschichte bis zum 16.Mai 2011 zu schicken und so an der Verlosung von 12 Sansibar Gutscheinen je 30,40 Euro teilzunehmen. Weitere Infos hier:http://www.sylt-tv.com/sylt-geschichte-sansibar-gutschein-65729.html
Oktober 2010.
In Westerland auf Sylt findet gerade ein gemütliches Kaffeklönen statt. Die Teilnehmer sind drei fröhliche Frauen im Alter von 55 bis 72. Drei Grosskusinen haben sich gefunden, und es gibt viel zu erzählen, aber es war ein langer Weg, bis dieses Treffen stattfinden konnte…
Die Jüngste im Bunde bin ich – Birthe. Was meine Mutter nicht mehr schaffte – ich habe es für uns beide noch erreicht: Unsere Familie auf Sylt zu finden!
Wie kam es dazu?
Anderthalb Jahre zuvor sass ich zu Hause in Slagelse-DK zusammen mit meinem ältesten Sohn Sören und guckte wieder mal alte Familienfotos an, die ich von meiner Mutter geerbt hatte. Wunderschön... Das Foto von dem alten Krug “Zur alten Dorfschmiede” ; und total romantisch – das Hochzeitsfoto von einem glücklichen Paar in der Kirche, wo hinten auf dem Foto der Name eines Fotografen aus Westerland stand. Dazu noch eine Postkarte aus Westerland, wo eine Erna an meine Oma Ida geschrieben hatte und sie zu einem Besuch eingeladen hatte. Meine Mutter lebte nicht mehr, und meine Oma natürlich auch nicht; würde ich das Rätsel jemals lösen können? Und warum zog mich immer wieder etwas auf diese Insel? Wir hatten schon jetzt geplant, dass wir im Sommer zum zweiten mal dorthin fahren würden.
Ich hatte mal etwas von einem Krug im Besitz der Familie gehört, aber als mein Mann – Jens - und ich im Jahr vorher im Badeurlaub auf Sylt waren, hatten wir keinen Gasthof mit diesem Namen gefunden. Aufgeben? Nein! Ich nahm die Fotos, scannte sie ein und schickte sie an eine Facebookfreundin auf Sylt. Sie machte Researchen und fand heraus, dass es diesen Krug nicht mehr gab, das er im Besitz von einer Erna gewesen wäre, dass es diese Erna nicht mehr gäbe, aber eine andere Erna, die sie flüchtig kannte, vielleicht die Tochter??
Wieder verging ein halbes Jahr, und Jens und ich machten ein Inselhopping nach Amrum und natürlich auch nach Sylt. Wieder hatten wir versucht den alten Krug ausfindig zu machen, aber ohne Erfolg. Ich hatte fast alles aufgegeben. Auch meine Facebookfreundin hatte ich nicht getroffen, weil wir uns an einander ”vorbeikommuniziert” hatten. Am vorletzten Tag dieses Urlaubs, bevor wir die Fahrräder starteten, blätterte Jens im Telefonbuch über Sylt und fand ”Zur alten Dorfschmiede” in Westerland. Ein Antiquitätengeschäft! Nichts wie hin. Ich war sehr aufgeregt und etwas verwirrt.
Toll! Dort lag das alte Haus im Sonnenschein und wirkte fast noch schöner wie auf dem alten schwarz-weiss Foto, das ich zu Hause hatte. Ich spazierte um das Haus herum, Jens machte Fotos. Das Antiquitätengeschäft hatte noch zu, aber plötzlich kam eine freundliche Frau heraus, als wir gerade besprachen, wie wir das jetzt machen würden. “Kan jeg hjaelpe dem?” fragte sie auf Dänisch. Wir wurden noch verwirrter. Es zeigte sich, dass das Haus schon seit den 60ern im Besitz eines dänischen Antiquitäthändlers war, und seit noch mehr Jahren gab es dort keine Gastwirtschaft mehr. Die Inhaberin war sehr hilfreich und freundlich. Sie erzählte uns über den stattlichen Krug, den es mal gab. Sie kannte die Tochter von der ehemaligen Inhaberin des Kruges und wollte den Kontakt gerne vermitteln…
Sehr, sehr glücklich fuhr ich zusammen mit Jens wieder nach Dänemark. Wir hatten es fast geschafft! Im Laufe der nächsten paar Wochen ”flogen” etliche Briefe hin und her zwischen Slagelse und Sylt. Es gab auch Telefongespräche. Ja, und dann war es soweit : Das erste Treffen sollte stattfinden im Oktober 2010.
Ich fuhr mit Jens und mit unserem ältesten Sohn Sören für ein paar Tage nach Westerland. Etwas Herzflattern hatte ich schon. Ja, und jetzt sitze ich hier zusammen mit zwei Grosskusinen meiner Mutter, und wir sind uns auf Anhieb sympatisch. Ich bin angetan von diesen beiden vitalen Frauen, die mich an meine Oma erinnern. Meine beiden Männer haben wir nach ein paar Tassen Kaffee und viel! Kuchen ins Hotel geschickt. Jetzt geht es ans Bildergucken und erzählen.
”Wie hat das alles angefangen, wie kam euer Opa, der Onkel meiner Mutti eigentlich nach Sylt?”
”Ja, mit dem Onkel Heine war das so. Er war als junger Mann als Arbeiter mit dabei, als der Hindenburgdamm gebaut wurde. Er verliebte sich in ein Mädchen von der Insel, und dann…………
Mai 2011
Es gab an diesem Nachmittag viel zu erzählen. Über harte Jahre während des Krieges, über Kriegswitwen, über die Grosskusinen, die früh ihren Vater verloren und über die schönen Zeiten, wie zum Beispiel jetzt, wo wir uns gefunden haben, und über die gemeisamen Interessen, die wir drei Frauen haben. Zum Beispiel die Liebe zur Sylter Brandung und zum Meer.
Ja, und mitte Juli ist es dann wieder soweit: Wir werden uns wiedersehen. Jens und ich machen wieder einen Inselhop – diesmal Norderney und Sylt. Ich freue mich jetzt schon auf meine ”Kusinen” – so nenne ich sie – aber am meisten auf meine Lieblingsinsel: Sylt mit seiner Brandung, mit seinen Cafees, mit den Sonnenuntergängen, den Fahrradwegen, mit den Fischbrötchen, mit……
Ich denke, ich bin mit Sylt unter der Haut geboren?
Sylt-Geschichte und Foto von Birthe Ida Fransen
Wir haben Sie ja aufgerufen uns Ihre Sylt-Geschichte bis zum 16.Mai 2011 zu schicken und so an der Verlosung von 12 Sansibar Gutscheinen je 30,40 Euro teilzunehmen. Weitere Infos hier:http://www.sylt-tv.com/sylt-geschichte-sansibar-gutschein-65729.html
Grenzenlos Jahr um Jahr die Vorfreude auf „Möskendeel“ (Tal der Möwen) und 10 Tage im Zelt (auf Luftmatratze im Stroh) gleich am Fuße der Dünen, ganz nah bei der geliebten Nordsee zu sein. Dies war die Seligkeit eines kleinen 10-jährigen Mädchens und dies gleich mehr als 10 Jahre lang.
Zwar gefiel mir als Landratte, zumindest beim allerersten Mal, nicht dass wir „Kröten“ stets pünktlich am Frühstückstisch sein mussten, Gemeinschaftsküchendienst zu tun hatten , und mittags und abends das gleiche Prozedere und … die absolute Nachtruhe einzuhalten war, denn es gab doch so viel zu erzählen, was am Tage alles so neu und umwerfend interessant gewesen war. Die Möwen die mich von früh bis spät mit ihrem Flug und ihrem Geschrei begleiteten, das Rauschen des Meeres, das wie Musik in meinen Ohren klang und das Schaukeln der Wellen bereicherten meine Träume.
Nur blöd, fand ich es damals, dass nur an bestimmten Zeiten und unter Aufsicht von DRLG-Leuten gebadet werden durfte. Heute weiß ich weshalb!
Nun muss ich schnell noch etwas Einschieben:
Wir, eine Gruppe von Kids zwischen 10 bis 14 Jahren waren natürlich eine eingeschworene Gemeinschaft und waren meistens auch folgsam!
Auch gute pädagogische Betreuer hatten wir dabei, die Verantwortung für uns trugen und Tag und Nacht für uns da waren. Klar gelang es uns auch so manches Mal sie auszutricksen.
Doch was will ich hier nicht verraten. Es ist etwas ganz, ganz Anderes:
Ja und was tat eine von diesen erwachsenen Betreuerinnen? die ja auch Vorbild für uns war, die ging doch tatsächlich bei absolutem Badeverbot, ein wenig abseits ins geliebte Nass (weil sie glaubte, wir sehen es nicht und wird wohl nicht so schlimm sein. Da hatte sie sich jedoch mächtig getäuscht, denn die Strafe folgte auf dem Fuß. Eine Nesselqualle nahm Kontakt mit ihrem Körper auf und was dann passierte, war eine heilsame Lehre, für alle die dies hautnah miterlebten: sie schrie vor Schmerzen fürchterlich und lief rasch die Dünen rauf und runter um sich im Gemeinschafts-Waschraum zu kühlen. Sie stellte sich in die große steinerne Waschrinne. Wie im Gänsemarsch waren ihr die 30 Jugendlichen, die natürlich Mitleid mit ihr hatten, aber auch ein wenig Schadenfreude sich nicht verkneifen konnten. Denn wir hatten ihr verbotenes Tun sehr wohl registriert und hatten kräftig vor uns hingemault, weil sie etwas tat, was uns verboten war. Rasch wurde sie zunächst von oben bis unten mit Quark eingepackt, das sollte kühlen und den Brennschmerz mildern. Doch als sie kurz vor einem Kollaps stand, brachte unser Begleitfahrzeug mit dem dazugehörigen Fahrer, übrigens mein Papa, sie in die Klinik nach Westerland. Dort blieb sie dann 24 Stunden unter ärztlicher Beobachtung.
Eines hatten wir von dieser Missetat gelernt, niemals mehr meckerten oder motzten wir, wenn Badeverbot angesagt war. Denn nicht ohne Grund, wird ein Badeverbot ausgesprochen!
In Windeseile vergingen diese 10 Nordseetage stets und der Bus stand parat um uns zum Bahnhof Westerland zu fahren. Klammheimlich (sollte doch keiner sehen) wischte ich mir so manche Träne aus den Augen als es über den Hindenburgdamm Richtung Festland ging.
Mama wunderte sich Jahr um Jahr, dass die Insel überhaupt noch da ist, denn so viel Sand rieselte aus meinen Klamotten und ich sammelte diesen fein säuberlich und er fand neben meinen Strand“schätzen“ einen Erinnerungsplatz gut sichtbar, im Neckartal im Schwabenländle, um mir zu signalisieren komm bald wieder!
Zwischenzeitlich bin ich knapp 1/ 4Jahrhundert jung und meine Kindheitsträume werden Wirklichkeit.
Ein kleines Appartement am südlichsten Zipfel der Insel (in Hörnum) wird mein.
Oft werde ich zu allen Jahreszeiten zu dir meiner geliebten Nordsee-Insel kommen:
„Du, Geliebte ohne Wenn und Aber“
Sylt-Geschichte und Foto von Gundis Liebe
Wir haben Sie ja aufgerufen uns Ihre Sylt-Geschichte bis zum 16.Mai 2011 zu schicken und so an der Verlosung von 12 Sansibar Gutscheinen je 30,40 Euro teilzunehmen. Weitere Infos hier:http://www.sylt-tv.com/sylt-geschichte-sansibar-gutschein-65729.html
Das Nachspiel der Orgel in der Nikolaikirche klingt wohltuend und beschaulich zugleich. Er lehnt sich zufrieden, heiter und entspannt in seiner Bank zurück und denkt über den bisherigen Tag nach, den letzten Tag im alten Jahr. Schon bislang war es ein schöner Tag gewesen. Wunderbares Frühstück in einem Hotel zwischen Bahnhof und Strand, ein Einkaufsbummel in der Friedrichstraße und ein Spaziergang über die Promenade. Es war ein kleines Jubiläum für ihn, der 10. Urlaub auf Sylt. Tags zuvor hatte es geschneit, der Strand wirkte stellenweise wie mit Puderzucker bedeckt und die Schneekristalle glitzerten in der späten Morgensonne. Das Wasser hatte nunmehr seinen Höhepunkt erreicht. Wunderschön für meinen privaten traditionellen Sylvesterlauf dachte er. Bei den geringen Minustemperaturen brauchte er noch nicht mal einen Schal.
Die Strecke nach Norden war abwechslungsreich. Sie führte an Reet gedeckten Häusern vorbei, durch einige Fenster schimmerten die erleuchteten Weihnachtsbäume. Weiter ging es durch kleine Nadelgehölze, eine Ehrenrunde um den Dorfteich von Wenningstedt schloss sich an, und nach einer guten halben Stunde hatte er Kampen erreicht. In weitem Bogen wandte er sich dem Strand zu, nun mehr in Richtung Süden. Das Wasser ging langsam zurück, kleine Sandbänke gaben ihre Konturen frei, und der Strand wurde wieder breiter. Das liebte er besonders – Dauerlauf auf festem Wattuntergrund so nahe wie möglich am Wasser entlang. Die treuen Westwinde streichelten ihn von der Seite, und die tiefstehende Sonne ließ sogar ein wenig Wärme verspüren. Das Rote Kliff tat sich auf seiner Backbordseite auf, etwas verwandelt durch den pulvrigen Schnee. Eine Läuferin kam ihm entgegen, wie üblich „guten Lauf und gutes Neues Jahr“. Kurz vor dem westlichtsten Hotel reizte es ihn zu einem kurzen Endspurt, nochmals so richtig die Lungen durchpusten. Wenig später waren Erholung und Entspannung pur im hoteleigenen Hallenbad mit Whirlpool angesagt. Anschließend schmeckte ein herbes norddeutsches Pils aus einer Bügelflasche. Er freute sich auf das abendliche Sylvestermenue, deswegen reichte jetzt ein Krabbenbrötchen aus. „Gehst Du auf Sylt auch Krabbeln essen?“ hatte ihn zuhause ein kleines Nachbarmädchen gefragt. Er beschloss, ihr ein Andenken mitzubringen.
Der Nachmittag hatte ihn nach Keitum geführt, das Watt war zugefroren, und die Eisschollen türmten sich zu fantasievollen Gebilden. Einige Kinder fuhren tatsächlich mit ihren Schlitten den Deich hinunter, besonders die Mädchen schrien vor Vergnügen.
***
Ein schöner Tag bisher. Wie hatte der Pfarrer gerade in seinen Abkündigungen gesagt: „Die Sammlung am Ausgang ist bestimmt für … , übrigens hat der liebe Gott nichts dagegen, wenn ihre letzten DM auf Sylt bleiben.“ Er ist dem Wunsch teilweise nachgekommen.
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Die letzte Viertelstunde des alten Jahres hatte begonnen. Er näherte sich der Kurpromenade, eine Flasche Sekt in der Hand und das passende Glas dazu. Beides waren freundliche Geschenke des Hotels – nachträglich zu seinem Geburtstag. „Gehört zu unserem Standard“ hatte der Restaurantchef freundlich und ein wenig stolz gesagt. Genau wie der Standard des Sylvestermenues – einfach superieur. …
Erneut geht das Wasser langsam zurück. Die ersten Lichter steigen hoch. In dem wieder breiter werdenden Strand reflektieren sie wie Nordlichter über den Lofoten. Nach einem herzlichem Gruß zum Jahreswechsel heißt es: „Es darf getanzt werden!“ Über die hochkarätigen Lautsprecherboxen erklingt der Johann-Strauß-Walzer An der schönen blauen Donau. „Tanzen wir zusammen?“ fragt er eine Dame in seiner Nähe. „Gerne“ erwidert sie. Er stellt Flasche und Glas ab, Mütze und Mantel tun dem Tanzvergnügen keinen Abbruch. Es herrscht eine wunderbare Atmosphäre der vielfältigen Freude und Heiterkeit. Der Walzer wird in seiner vollen Länge gespielt. Nach einiger Zeit ziehen sich die ersten Tanzpaare zurück. Das Musikstück bewegt sich noch in einer ruhigen Phase – das abschließende Crescendo steht noch bevor. „Ich bewundere ihren Tanzstil und ihre Ausdauer“ komplementiert er. „Von nichts kommt ja wohl nichts“ gibt sie beziehungsreich zurück. Er sieht sie an. Natürlich, die Haare sind noch deutlich unter der Mütze zu erkennen – es ist die Läuferin vom Roten Kliff.
Die Flasche ist noch verschlossen, er macht sie auf und sie stoßen auf das Neue Jahr an.
***
Der Fernschnellzug, von 2 Dieselloks gezogen, nimmt Fahrt auf. Er sieht aus dem Fenster und wirft noch einmal einen Blick auf die Nikolaikirche. Was die wohl mit unseren restlichen DM machen werden?, fragt er sich. Er ist zuversichtlich. Im Nachbarabteil ertönt Musik aus einem kleinen Radio. Wiederum lehnt er sich behaglich zurück und denkt an den gestrigen ersten Tag im Neuen Jahr. Langschläferfrühstück, auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmt, ganz nach jedem Geschmack. Ein Gang zur Bank, um die ersten Euro abzuheben. Der freundliche Mitarbeiter überreicht jedem Kunden eine kleine Münze zur Erinnerung an den Währungswechsel. Kurz vor der Abreise begegnet er der Zimmerdame auf dem Flur. „Eine kleine Anerkennung für Sie“ sagte er. „Oh, meine ersten verdienten Euro“ gab sie nahezu andächtig zurück. Sie hatte sich gefreut und er sich auch.
Der Zug hat den Hindenburgdamm erreicht, das auflaufende Wasser glitzert in der Morgensonne. Im Süden zeichnen sich Konturen der benachbarten Insel Föhr ab. Er denkt an seine Tanzpartnerin – sie ist jetzt schon mit dem Auto unterwegs in ihre Landeshauptstadt am Rhein. Wahrscheinlich hat sie bereits den Elbtunnel erreicht. In wenigen Tagen werden sie beide wieder ihre Arbeit aufnehmen. Beide freuen sich jetzt schon wieder auf ihr jeweiliges berufliches Tun. Vielleicht werden sie sich einmal wieder begegnen, womöglich bei einem Wettkampf.
Aus dem Kofferradio ertönt die Stimme von Jennifer Rush Everyday is a gift something we should not miss, Jeder Tag ist ein Geschenk versäumen wir nicht, es anzunehmen. Ja das ist wirklich wahr, denkt er.
Der Bahnhof von Klanxbüll huscht vorbei, in ca. 6 Stunden wird er wieder seine schöne Stadt im westfälischen Mittelgebirge erreicht haben. Qualität vor Quantität denkt er, der Urlaub war nicht sehr lang, dafür aber umso schöner. Er weiß, er wird wiederkommen. Die Gleise verzweigen sich, dann säumen rote Ziegelhäuser einladend den Weg. Der Zug hat den Bahnhof von Niebüll erreicht.
Sylt-Geschichte von Ernst Göckus
Wir haben Sie ja aufgerufen uns Ihre Sylt-Geschichte bis zum 16.Mai 2011 zu schicken und so an der Verlosung von 12 Sansibar Gutscheinen je 30,40 Euro teilzunehmen. Weitere Infos hier:http://www.sylt-tv.com/sylt-geschichte-sansibar-gutschein-65729.html