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Bereits seit Mittwoch wird auf Sylt im Rahmen des Surf Cups die Int. Deutsche Meisterschaft im Windsurfen ausgetragen

Über fünf Tage kämpfen die besten deutschen Windsurfer um die Titel in den Disziplinen Formula Windsurfing, Slalom, Freestyle und Wave. Besser hätte der Multivan Windsurf Cup nicht verlaufen können. Nachdem bereits 5 Racings und eine Slalomelimination ausgefahren wurden, konnten am vierten Eventtag auch noch eine komplette Wave und Freestyle-Wettfahrt ausgefahren werden. Im Freestyle siegte Julien Wiemar, während sich in der Disziplin Wave Leon Jamaer durchsetzen konnte.



Vier Disziplinen im Rahmen einer Regatta hat es in der Geschichte des Multivan Surf Cups bisher noch nicht gegeben. Diese Konstellation macht den Kampf um den offiziellen int. Deutschen Meistertitel extrem spannend.

Am Freitagnachmittag kamen die Freestyler vor den Tausenden von Zuschauern zum Zuge. Aber auch viele Slalom- und Wave-Fahrer des Multivan Windsurf Cups waren diesmal in der Disziplin Freestyle am Start, um sich wichtige Punkte im Kampf um den Overall DM-Titel zu sichern. Die hohen Wellen stellten für die Freestyler alles andere als die gewohnten Flachwasserbedingungen dar. So wurde es schwierig, die üblichen „Slide-Moves“ zu präsentieren. Stattdessen wurde das Repertoire durch klassische Sprünge des Waveridings erweitert.

Im Finale der Disziplin Freestyle trafen Julian Wiemar (GER-2111) und Mathias Genkel (GER-984) aufeinander. Dort gewann der 20-jährige Julian Wiemar mit einer soliden Performance gegen Mathias Genkel. „Ich bin gerade erst vor zwei Tagen von Fuerteventura gekommen, dort herrschen ähnlich schwierige Bedingungen wie hier vor dem Strand von Westerland. Ich war also auf das Equipment und die Bedingungen eingefahren und konnte somit einen guten Heat zusammenfahren“, erklärt Julian Wiemar nach seinem Sieg und ergänzt: „Es ist ein einmaliges Ergebnis, hier beim Multivan Surf Cup auf Sylt um den Deutschen Meistertitel zu kämpfen. Nirgendwo sonst hat man so viele Zuschauer.“ 

Im kleinen Finale konnte sich Manuel Vogel im Kampf um Platz drei gegen Valentin Böckler durchsetzen.

Der Disziplin Wave kommt beim Multivan Surf Cup 2017 eine besondere Bedeutung zu, da aktuell Gunnar Asmussen (GER-2) und Vincent Langer (GER-1), die beiden Führenden im Kampf um den Overall-DM-Titel punktgleich liegen. So muss die Entscheidung in den für die beiden ungewohnten Manöverdisziplinen fallen. Auch Im Freestyle blieben die beiden auf den gleichen Positionen, so dass die Disziplin Wave zum Zünglein an der Waage werden könnte, wenn am Finaltag nicht noch die Disziplin Slalom gefahren werden sollte.

Um die Bedingungen am vierten Tag der Regatta optimal auszunutzen, starteten die Waver mit einer Frühschicht. Bereits um 06:30 Uhr trafen sich die Windsurfer zum Skippersmeeting am Strand vor Westerland. Das frühe Aufstehen machte sich für die Waver bezahlt. Mit sechs Windstärken genau sideshore aus Süd hatten sie die besten Bedingungen, die es seit Jahrzehnten beim Multivan Windsurf Cup gegeben hatte. „Wahnsinn! Das sind ja paradiesische Bedingungen wie auf Hawai!“ sagen die Brüder Stefan und Lars (GER-800) Gobisch.

Bei über drei Metern hohen Wellen zeigten die Waver ein unglaubliches Feuerwerk von Vorwärts- und Rückwärtsloops. Sogar Doppelloops wurden versucht. Die spektakulären Einschläge raubten den Zuschauern den Atem. Abgerundet wurde die Kür der Wellenartisten durch faszinierende Wellenritte.

Im Finale gab es eine Revanche des Duells vom Multivan Summer Opening zu Pfingsten an gleicher Stelle. Abermals trafen Florian Jung (GER-21) und Leon Jamaer (GER-208) aufeinander. Beide zeigten Waveriding auf höchstem Niveau. Mit einem der besten Wellenritte, die man jemals vor Sylt gesehen hatte, konnte Leon Jamaer aber dieses Mal den Zweikampf für sich entscheiden. Vor dem Finaltag liegt er damit in Führung und hat damit die beste Ausgangslage, um den DM-Titel in der Disziplin Wave zu gewinnen. „Die Bedingungen hier beim Multivan Windsurf Cup waren die besten, die ich jemals auf Sylt erlebt habe“, schwärmt Leon Jamaer.

Florian Jung folgt nach einem starken Kampf auf Platz zwei. Im Duell der Brüder Gobisch kann sich Lars gegen Stefan durchsetzen und so Platz drei erobern.

Schlag auf Schlag und immer noch mit ausreichend Wind entschied der Regattaleiter Holger Lass auch die Waver noch einmal auf die Bahn zu schicken. In einer sogenannten Double Elimination haben noch einmal alle Teilnehmer eine zweite Chance, um ihre Platzierungen noch einmal zu verbessern. „Eine Double-Elimination hier vor Westerland ist natürlich super und die Nordsee zeigt sich von ihrer besten Seite.“

Diese „Double-Elimination“ nahm auch noch einmal Einfluss auf das Abschneiden der beiden Favoriten Asmussen und Langer. Asmussen zeigte sich in echter Top-Form und qualifizierte sich von Runde zu Runde. Der Nervenkitzel der beiden war deutlich am Strand zu spüren. In einem knappen Heat zwischen Arno Ufen (GER-23) von Norderney und Langer hatte Ufen die Nase vorne und setze sich gegen Langer durch. Das Augenmerk lag somit auf dem folgenden Heat von Asmussen. Optimale Wellenritte und Sprünge katapultierten Asmussen in die nächste Runde. Laut dem aktuellen Stand konnte Asmussen somit einen kleinen Vorsprung auf Langer rausfahren. Langer muss nun auf die Disziplin Slalom hoffen, um hier durch einen Sieg doch noch wieder an die Spitze zu kommen.

Mit der Austragung der Disziplin Wave konnte auch in der letzten der vier ausgeschriebenen Disziplinen ein Ergebnis eingefahren werden. Damit kann man den Multivan Surf Cup schon jetzt als „historisch“ bezeichnen. Noch nie ist es gelungen, alle vier Disziplinen in einer Regatta auszutragen.

Der Multivan Surft Cup ist allerdings noch nicht vorbei. Am Finaltag sind noch einmal perfekte Slalom- oder auch Wavebedingungen angesagt. Hier kann sich noch einmal alles ändern. Die große Siegerehrung ist für 17:00 Uhr auf der Eventbühne angesetzt.

 

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