Genau ein Jahr, bevor unsere wichtigste Verbindung zum Festland ihren 100. Geburtstag feiert, hat sich in Wenningstedt die geballte Planungs-Kompetenz versammelt. Wem beim Namen „Syltdamm“ nun kurz die Stirn in Falten gerät und sich leicht irritiert am Kopf kratzt: Ja, gemeint ist unser guter alter Hindenburgdamm. Der hat passend zum anstehenden runden Geburtstag offenbar ein kleines, politisch korrektes Rebranding verpasst bekommen. Daran müssen sich unsere insularen Zungen vielleicht noch ein bisschen gewöhnen, aber gefeiert wird der Dauerbrenner aus Schotter und Stahl natürlich trotzdem ausgiebig!
Schließlich braucht das Bauwerk, das uns seit einem Jahrhundert treu mit Pendlern, Urlaubern und lebenswichtigen Nachschüben versorgt, eine angemessene Sause. Bürgermeisterin Tina Haltermann präsentierte am Montag im Saal am Kliff den Masterplan. Und der lautet: Klotzen, nicht kleckern. Im Zentrum steht das Festaktwochenende am 29. und 30. Mai 2027. Weil zwei Tage für 100 Jahre pure Infrastruktur-Romantik aber kaum ausreichen, wird von Niebüll bis List das ganze Jahr über munter durchgefeiert. Frau Haltermann lobte den Damm ganz offiziell als Verbindung von „Menschen, Lebenswelten und Perspektiven“. Auf gut Sylterisch bedeutet das wohl: Wir sind alle wahnsinnig froh, dass wir nicht mehr rudern müssen.
Damit ein solches Großereignis nicht im nordfriesischen Sand verläuft, tagt bereits eine riesige „Abstimmungsrunde“. Gefühlt jeder, der schon einmal sehnsüchtig auf das grüne Signal an der Verladung gewartet hat, sitzt hier mit am Tisch. Ein erstes sichtbares Ergebnis gibt es auch schon: Ein brandneues Jubiläumslogo wurde stolz präsentiert.
Wer vor lauter Vorfreude jetzt schon nicht mehr stillsitzen kann, darf sich ab sofort auf der neuen Webseite sylt.de/100-jahre-syltdamm durch die Planungen klicken. Oder man lauscht dem Verwaltungspodcast „Zwischen Düne und Dienstweg“. Ja, richtig gelesen – auch die Verwaltung surft auf der Podcast-Welle. In der allerersten Sonderfolge schwärmt Martin Brüggemann vom DB Sylt Shuttle hingebungsvoll von der neuen, alten „Lebensader der Insel“.
In diesem Sinne: Auf die nächsten 100 Jahre, lieber Syltdamm – oder wie auch immer wir dich im Alltag insgeheim noch nennen werden! Mögen deine Steine weiterhin Wind und Wellen trotzen.
