Keitum. Es war einer dieser Momente, in denen der sonst so schnelle Puls der Insel für ein paar Stunden zur Ruhe kam. Am Samstagvormittag ging es im Friesensaal nicht um Renditen oder Tourismuskonzepte, sondern um Dankbarkeit. Der Festakt zum 40-jährigen Bestehen war eine tiefe Verbeugung vor einer Frau, die Keitum mehr hinterlassen hat als nur Steine und Mörtel: Paula Hansen.
Als die Vorstandsmitglieder des Kulturhaus-Vereins – Jan Junge, Gritje Stöver und Karin Rumpf – das Wort ergriffen, wurde die Geschichte wieder lebendig. Sie erinnerten an die Tochter des Dorfschmieds, die ihr Vermögen nicht in Immobilienfonds anlegte, sondern in eine Vision investierte: Ein Haus für alle. Ein "Wohnzimmer", in dem der Kaninchenzüchterverein genauso willkommen ist wie die Eigentümerversammlung oder der Flohmarkt.
Die Reden machten deutlich, wie kostbar dieses Erbe in der heutigen Zeit ist. In einer Ära, in der jeder Quadratmeter Sylter Boden mit Gold aufgewogen wird, steht der Friesensaal wie ein Fels in der Brandung – nicht kommerziell, offen für jeden, ein Anker der Dorfgemeinschaft. Der Vormittag zeigte, dass der Geist von 1985 auch im Jahr 2025 noch weht. Es war eine stille, würdevolle Feier, bei der man fast das Gefühl hatte, Paula Hansen würde zufrieden von oben zuschauen, wie ihre Keitumer bei Schnittchen und Sekt "ihr" Haus ehrten.

