Der Denghoog und die Hügelgräber von Sylt

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Mit der Insel Sylt sind zahlreiche Klischees verbunden. Gilt sie doch als "Insel der Reichen und Schönen". Dieses Images wird der Insel in der Nordsee mit seiner Natur und seiner Vergangenheit nicht gerecht. Jahrtausende hinterließen auf der Insel ihre Spuren. Wer sich hier auf Spurensuche begibt, verlässt die Insel mit einem veränderten Blick und spannenden Eindrücken.

Rund 500 bekannte Grabhügel von der Jungsteinzeit über die Bronzezeit bis hin zur Wikingerzeit sind steinerne Zeugen der frühen Besiedlung Sylts. Diese große Anzahl der Hügelgräber ließ die Menschen lange glauben, die Insel sei eine Toteninsel. Obwohl viele bereits im Meer und unter dem Dünensand versunken sind oder zerstört wurden, gibt es heute noch etwa 100 gut erhaltene Grabhügel. Auf Informationstafeln vor Ort erfährt der interessierte Besucher vieles über die Entstehung der Hügelgräber und die Bedeutung ihrer eigenartigen Namen.

Der Denghoog auf SyltDer Denghoog ist die größte Grabstätte ihrer Art in Nordwesteuropa

Die bedeutendste Grabstätte auf der Insel Sylt ist der Denghoog. Dieses Hügelgrab entdeckte der Geologe Professor Ferdinand Wibel, als er 1868 in Wenningstedt einen Hügel unweit der Dorfkirche aufgrub. Darunter befand sich ein noch unberührtes Ganggrab. Genauere Untersuchungen ergaben, dass diese Grabstätte aus der Übergangszeit zum vierten Jahrtausend v. Chr. stammt. Diese Periode der Jungsteinzeit wurde nach dem Fund als Denghoog-Stufe benannt.

Ein 6 m langer gepflasterter Gang mit einer Breite und Höhe von jeweils 1 m führt zu einer Grabkammer mit einem Ausmaß von 5 × 3 m. Errichtet wurde die Grabstätte aus riesigen Steinkolossen. Die Menschen verwendeten eiszeitlichen Findlinge für die zwölf Tragsteine und die drei Deckensteine der Grabkammer sowie für die zwölf Randsteine und zwei Türsteine des Ganges. Bis heute ist unklar, wie die Erbauer diese fast 20 Tonnen wiegenden Steine bewegten und passgenau an den vorgesehenen Stellen einsetzten. Mit ihrer Riesenstube gilt die Grabstätte als die größte ihrer Art in Nordwesteuropa. Der Name Denghoog wird als "Thinghügel" übersetzt, Bezeichnung für einen noch bis ins Mittelalter genutzten Gerichtsplatz. Andere Wissenschaftler leiten den Namen vom König "Deng" ab, welche etwa 2200 v. Chr. auf Sylt begraben sein soll. Bei den Ausgrabungen fanden sich im Innenraum der Grabkammer unverbrannte Überreste menschlicher Knochen, als Grabbeigaben verzierte Scherben von Tongefäßen, Werkzeuge aus Stein und Bernsteinschmuck.

Besucher können die Grabkammer besichtigen

Für Besucher ist das Ganggrab seit 1928 durch eine künstlich geschaffene Öffnung und eine schmale Leiter zwischen den Findlingen begehbar. Um die Atmosphäre in der Grabkammer in Ruhe zu erleben, wurde eine Sitzbank installiert. Der Blick auf die Grabkammer und den einstigen langen Zugang ist einzigartig. Die Fundstücke des Denghoog in Wenningstedt sind im Keitumer Heimatmuseum ausgestellt.

 

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