Auf Sylt, wo sich die Reichen, Schönen und Sonnenhungrigen die Klinke in die Hand geben, tobt ein kulinarischer Machtkampf: Currywurst gegen Fischbrötchen! Während sich die einen stilecht mit Matjes im Brötchen am Strand fläzen, schieben die anderen mit feuerrotem Ketchup und Currypulver nach – schließlich will man ja auch mal was Warmes zwischen die Zähne bekommen.

 

Die Currywurst ist, ähnlich wie der Döner in Berlin, eine deutsche Erfindung, um die sich die Nation bis heute mit der Ausdauer eines olympischen Marathonläufers streitet. Wer hat’s erfunden? Die Berliner sagen: „Na wir, is doch klar!“ Die Hamburger winken ab: „Quatsch, wir hatten das schon früher!“ Und das Ruhrgebiet? Das hält sich raus, brät aber heimlich weiter.

 

In unserer Wochenshow haben wir das versteigerte Häusschen einmal vorgestellt:

 

Die Legende will es, dass 1949 in einem Berliner Hinterhof eine gewisse Herta Heuwer aus purer Langeweile Tomatenmark, Worcestersauce und Currypulver zusammenrührte – und damit die „Chillup“-Wurst erfand. Der Name klingt nach 80er-Jahre-Disco, setzte sich aber nie durch. Die Wurst hingegen marschierte schnurstracks in die Herzen (und Mägen) der Deutschen – und wurde zur schnöden Currywurst.

Hamburg behauptet natürlich, schon zwei Jahre vorher die erste Currywurst serviert zu haben. Und dann tauchten auch noch Fotos und Werbeschilder aus Duisburg von 1936 auf. Aber mal ehrlich: „Currywurst aus Castrop-Rauxel“ klingt eben nicht ganz so sexy wie „Currywurst aus Berlin“.

 

Für die meisten bleibt die Hauptstadt daher der Ground Zero der Wurst.

 

Und jetzt Sylt! Hier feiert der scharfe Schweinedarm sein Comeback – und zwar mit Meerblick. Sansibar, Sunset, Strandhafer, S-Point: Jeder Imbiss hat sein eigenes Saucengeheimnis. Während man in Berlin für die Wurst zwischen 3,50 und 5 Euro hinblättert, muss man auf Sylt schon mal einen Zehner zücken. Aber hey, dafür gibt’s gratis Nordseebrise und Promi-Alarm!

 

Apropos Promis: Die legendäre Imbisskette Wurstmaxe, einst mit zwölf Filialen in Berlin vertreten, will nun auf Sylt das Wurst-Imperium wiederauferstehen lassen. Die Tochter des Gründers hat für schlappe 284.000 Euro ein Häuschen mit Gartenhütte an der Nordseeklinik ersteigert. Ein echtes Schnäppchen – und die perfekte Lage, um hungrige Gäste, Patienten und Strandläufer mit Currywurst zu versorgen. Konkurrenz für „Pius on the Beach“? Aber sicher!

 

Die Medien überschlagen sich schon jetzt: Das neue Wurstmaxe-Häuschen an der Norderstraße ist der Place to be. Wie ein Sylter Gastronom so schön sagte: „Als Wirt bist du auf Sylt direkt mal ein B-Promi.“ Ob Café, Imbiss oder Sternerestaurant – hier kennt dich jeder. Und wer weiß: Vielleicht wird das kleine Haus bald zur berühmtesten Wurstbude Deutschlands. Die Chancen stehen gut – schließlich ist Sylt nicht nur bei den Möwen für seine feinen Häppchen bekannt!