Man sagt, Wasser habe keine Balken – doch am Samstagnachmittag fühlte es sich in der „Sylter Welle“ so an, als hätten die Gäste aus Warnemünde gegen eine massive Betonwand aus Disziplin und Spielfreude zu kämpfen. Wer einen spannenden Schlagabtausch in der Oberliga SH/MV erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Es war keine Partie, es war eine garantierte Machtdemonstration. Mit einem brachialen 24:11-Endstand schickten die Keitumer Wasserball-Hünen die Reserve der HSG Warnemünde zurück aufs Festland – mit einer Packung, die noch lange nachwirken dürfte.
Ein Offensiv-Gewitter der Extraklasse
Die Sylt News der Woche stehen ganz im Zeichen der Dominanz: Es dauerte keine sechzig Sekunden, bis Simon Schmiedel das erste Mal das Netz zappeln ließ und damit ein Tor-Festival einläutete, das die Zuschauer von den Sitzen riss. Während die Gäste noch mit der Orientierung im Westerländer Becken kämpften, stand es nach dem ersten Viertel bereits 8:1. Eine einfache Rechnung für die Konkurrenz: Wer gegen diesen TV Keitum punkten will, muss früher aufstehen – oder deutlich schneller schwimmen.
Besonders Hagen Decker zeigte sich in Torlaune und versenkte die Kugel gleich siebenmal im gegnerischen Kasten. Es war diese Mischung aus gnadenloser Effizienz und spielerischer Leichtigkeit, die deutlich macht: Die Mission Titelverteidigung ist hier kein bloßer Wunschzettel, sondern gelebte Realität.
Tiefe im Kader sorgt für Sicherheit
Trainer Bernd Christensen bewies ein glückliches Händchen und rotierte munter durch. Ob die erfahrene Ruhe eines Tamas Margitan oder der unbekümmerte Tatendrang eines Lasse Reichardt – das Getriebe der Keitumer Maschine lief wie geschmiert. Selbst als die Partie hitziger wurde und die Unparteiischen mit Zeitstrafen für Abkühlung sorgen mussten, blieb die Sicherheit im Sylter Spiel bestehen. Warnemünde blitzte zwar durch vereinzelte Treffer von Hess und Reihs auf, doch gegen die geschlossene Mannschaftsleistung der Insulaner war an diesem Tag kein Kraut gewachsen.
Mit diesem dritten Sieg in Folge zementiert der TV Keitum seinen Status als Primus. Wenn die Formkurve weiterhin so steil nach oben zeigt, ist das angestrebte Triple – bestehend aus Meisterschaft, Pokal und Masters – wohl nur noch Formsache. Die Konkurrenz sollte gewarnt sein: In der „Festung Sylter Welle“ wird dieses Jahr kein Pardon gegeben.

