Erlebniszentrum Naturgewalten

Im neuen Erlebniszentrum Naturgewalten auf Sylt tagen Ende Februar Natur- und Kulturwissenschaftler erstmals gemeinsam, um über die langfristigen Folgen des Klimawandels für die Küste zu debattieren. Die Naturwissenschaftler bohren in die Tiefe und erforschen die Klimageschichte, beobachten die aktuellen Vorgänge und rechnen Szenarien für kommende Entwicklungen. Die Kultur- und Sozialwissenschaftler analysieren die Vorstellungen, die Menschen im Lauf der Jahrhunderte ihrer Küste und dem Umgang mit den Naturgewalten entworfen haben. Sie ermitteln aus Dokumenten und Überlieferungen den geschichtlichen Wandel, der sich an solchen Vorstellungen und Handlungskonzepten erkennen lässt. Gegenwärtige Selbstverständlichkeiten und Sachzwänge können dann als veränderbares Moment in historischen Prozessen erscheinen.

Können die unterschiedlichen Disziplinen gemeinsam einen neuen Umgang mit dem Klimawandel und seinen Folgen entwerfen? Wie werden wir damit umgehen, dass der Klimawandel auch an der Nordseeküste zu sozialen Verwerfungen, Konflikten und einschneidenden Maßnahmen führen wird? Wie müssten wir unsere Einstellungen verändern, um vorausschauend zu reagieren auf das, was da auf uns zukommen wird?

Werden wir Konzepte von einer ‚mit wachsenden Küste’ entwickeln können und müssen? Darf man in ein Weltnaturerbe Wattenmeer Sand aus der Nordsee spülen? Sollen Häuser in der Marsch wieder auf Wohnhügel, auf Stelzen oder schwimmende Pontons? Wie kann ein Absinken der Marschböden gestoppt werden? Wie viel Wasser verträgt eine Marschlandschaft, in der Menschen leben und wirtschaften wollen? Das sind unbequeme Fragen, aber mit Verdrängen und Aufschieben wird man die massiven Auswirkungen des Klimawandels nicht bewältigen. Darin sind sich die Experten aus Deutschland und den benachbarten Niederlanden und Dänemark einig.

Ein Aufgeben der Küste steht nicht zur Debatte. Ein solch extremer Meeresanstieg ist nicht in Sicht. Die Devise lautet stattdessen: Wir müssen uns an das Unvermeidliche anpassen –  und vielleicht können wir darin auch Chancen für Strukturverbesserungen entdecken. Dazu brauchen wir nicht nur Hochrechnungen, sondern auch Ideen und Vorschläge, die vielleicht zunächst ‚utopisch’ erscheinen. Die Diskussion darüber muss jetzt beginnen, so die versammelten Wissenschaftler und Experten, damit aus unseren Enkeln keine Küstenverlierer werden.{jcomments on}

 

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