Große Freiheit am Kliff: Nielsens Kaffeegarten meldet sich aus dem Dornröschenschlaf

Moin zur Wochenschau! Wer dieser Tage den Deich entlangschlendert, spürt es: Keitum schüttelt sich den Winterstaub aus den Reetdächern. Und das sicherste Indiz dafür, dass die dunkle Jahreszeit offiziell ausgehaucht hat, ist das Klappern der Kaffeetassen bei Nielsens.

Ein Fenster zum Watt – und zur Welt

Wir kennen das ja alle: Diese Fensterfront bei Nielsens ist der absolute Wahnsinn, ein Logenplatz für Watt-Gucker. Aber seien wir mal ehrlich – im Januar, wenn der Ostwind so richtig über die Nordsee peitscht, wird aus dem Traum-Panorama ganz schnell eine energetische Herausforderung. Da zieht es an der Kaffeekanne mehr als auf dem Fischkutter.

Deshalb hat die Familie die einzig richtige Entscheidung getroffen: Koffer gepackt und ab in den Süden! Ob Zypern oder Portugal – Hauptsache, die Heizrechnung pausiert mal kurz. Jetzt ist die Mannschaft aber wieder an Bord, die Scheiben sind geputzt und der Ausblick über das Kliff ist schöner als jede Postkarte.

 

Nachwuchs in der Wachstube

Was uns besonders freut: Bei Nielsens wird nicht nur Kaffee serviert, sondern auch Beständigkeit gelebt. Der Chef scherzt ja gerne mal, er gehöre hier schon zum Inventar wie das Kliff selbst. Aber der Blick in die „Wachstube“ zeigt: Die nächste Generation steht schon bereit. Die Tochter ist voll involviert und bereit, das Familienerbe mit friesischer Gelassenheit weiterzuführen. Ein echtes Juwel in Zeiten, in denen viele Betriebe händeringend nach Nachfolgern suchen. Hier bleibt die Butter bei den Fischen – oder der Kuchen auf dem Teller.

Vom Schoppen zum Schümli

Auch die Gäste-Kultur im Kaffeegarten hat sich sanft gewandelt. Die Zeiten, in denen man sich zur Mittagsstunde schon durch die Weinkarte „gearbeitet“ hat, weichen einem neuen Bewusstsein. Man nippt heute lieber am Hafer-Latte oder erfrischt sich am Mineralwasser, während man beobachtet, wie die Flut langsam das Watt verschluckt.

Aber keine Sorge: Zur Biike wird es dann wieder gewohnt rustikal. Wenn der Grünkohl in den Töpfen zieht, rückt die Gemeinde zusammen. Da wird nicht mehr genippt, da wird ordentlich zugelangt! Dass das Haus dann bis unter das Dach ausgebucht ist, versteht sich von selbst – wer hier dabei sein will, muss eben früher aufstehen.

Unser Resümee: Schön, dass das Licht am Keitumer Kliff wieder brennt. Nielsens Kaffeegarten ist das Herzstück für alle, die das echte, unaufgeregte Sylt lieben.

Setzen Sie sich, gucken Sie aufs Wasser und lassen Sie mal fünf gerade sein. Wir sehen uns auf ein Stück Torte!