Ach ja, Hörnum! Ein Name, der vor einem guten Jahr noch so vielversprechend klang, dass selbst die Möwen am Strand andächtig lauschten. Wir alle schwelgten in glorreichen Visionen von Bürgermeister Udo Hanrieder, unserem wackeren Insel-Kapitän, der Hörnum mit einer brandneuen Fußgängerzone in den Olymp der Nordseeinseln katapultieren wollte! 160 Meter purer Flaniertraum, vom Edeka bis zum "54 Grad Nord" – ein Fußgängerparadies, das selbst die verwöhntesten Norderneyer blass vor Neid hätte werden lassen. Die Zeiten, in denen man unser geliebtes Hörnum augenzwinkernd als "DDR der Insel" bezeichnete, schienen endgültig Geschichte. Im Süden, so dachten wir, bewegt sich was! Und wie!
Ein Jahr später – und die Posse des Jahres hat Premiere! Wer allerdings am Dienstag die jüngste Einwohnerversammlung besucht hat, dem wurde schnell klar: Die einzige "Bewegung", die hier noch stattfindet, ist das kollektive Kopfschütteln der Beteiligten. Es ist eben immer wieder ein Fest, live dabei zu sein, wenn der echte Insel-"Schnack" serviert wird! Denn was unsere geschätzten Kollegen der shz dort notiert haben, klingt weniger nach einem Masterplan für moderne Inselentwicklung, sondern eher nach dem Drehbuch für eine skurrile Komödie, die irgendwo zwischen Kafka und Loriot angesiedelt ist.
Eigentlich sollte die Verkehrsberuhigung doch längst für himmlische Sicherheit sorgen – ein Thema, das nach dem leider sehr realen Unfall im Herbst 2024, bei dem ein Kind verletzt wurde, eine traurige Dringlichkeit besitzt. Doch statt idyllischen Schildern und gemütlicher Aufenthaltsqualität gibt es bisher vor allem eins: einen beeindruckenden Berg aus Papierkram. Es scheint, als würde Hörnum lieber Rekorde im Aktenstapeln brechen als im Fußgängerspaß.
Wenn Anwälte die Straße "entwidmen" – ein modernes Märchen Haltet euch fest, denn jetzt wird’s richtig spannend: Die Verwaltung in Westerland brütet offenbar immer noch über dem Mysterium, wie man eine Straße rechtlich "entwidmet". Man könnte meinen, es handele sich um ein antikes Rätsel, das nur von den weisesten Philosophen gelöst werden kann. Da man aber offenbar im Rathaus keine Sphinx-Experten zur Hand hatte, wurde nun eine der teuersten Anwaltskanzleien in ganz Schleswig-Holstein engagiert, um dieses juristische Gordische Rätsel zu zerhacken. Bürgermeister Hanrieder, unser Mann der klaren Worte, fasste es mit einer Prise norddeutschem Sarkasmus zusammen: Wahrscheinlich wird der millionenschwere Hafen eher fertig saniert sein, als dass wir diese schnuckeligen 160 Meter Asphalt endlich für Autos sperren dürfen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!
Nach einem Jahr des liebenswerten "Rumeierns" stehen wir also wieder da, wo wir angefangen haben: Zwei Verkehrsschauen sind so ergebnislos verpufft wie eine Kerze im Sturm, und die Anordnung vom Kreis lässt weiter auf sich warten, während wir gespannt auf die nächste Folge warten. Während auf anderen Nordseeinseln längst entspannt ohne Auto flaniert wird, wird in Hörnum noch fleißig juristisches Latein gepaukt, als gäbe es kein Morgen. Aber hey, vielleicht wird daraus ja eine neue Touristenattraktion: "Erlebe die Hörnumer Bürokratie live!" Die Schwierigkeiten haben sicherlich ihren Hintergrund, und wir versprechen euch: Wir klären das in den nächsten Stunden mit der Gründlichkeit eines Insel-Detektivs auf.
Wir bleiben optimistisch (und am Ball!) – natürlich! Trotz dieser charmanten Posse bleibt das Ziel richtig und wichtig. Wir träumen weiterhin von weniger Abgasen, weniger Rasern und mehr Lebensqualität für uns Insulaner und unsere lieben Gäste. Der wunderschöne Ausblick bleibt uns ja zum Glück erhalten – auch wenn man ihn momentan noch mit dem einen oder anderen, nun ja, "unkonventionellen Parker" teilen muss.
Wir von Sylt1 halten für euch die Stellung, die Ohren steif und die Augen offen. Sobald die ersten 100 Meter Straße endlich offiziell den Fußgängern gehören und die teuren Anwälte ihre Akten mit einem zufriedenen Seufzer schließen, erfahrt ihr es bei uns! Denn eines ist sicher: Langweilig wird es in Hörnum nie!

