Auf Sylt wissen wir: Wasser ist unser Element. Dass das nicht nur für die Nordsee gilt, beweisen unsere Sportler gerade am laufenden Band. Während unsere Wasserballer in der 3. Liga quasi ein Abo auf die Meisterschaft haben und unsere Schwimmer so flink sind, dass sie gerade den Aufstieg in die 1. Landesliga klargemacht haben, gibt es an Land ein fast ebenso spannendes Rennen: Den „Großen Preis der Sportstättenplanung“.
Alle in einem Boot (oder eher im selben Becken)
Man könnte fast sagen: Wenn es um die Zukunft unserer Schwimmhallen geht, zeigen die Inselbürgermeister eine Einigkeit, die man sonst nur vom Grünkohlessen kennt. Von List bis Hörnum wird an einem Strang gezogen – fachmännisch begleitet vom Institut für kooperative Planung. Das klingt zwar erst mal nach einer Menge Papier und sehr langen Sitzungen, hat aber ein wunderbares Ziel: Eine Bestandsaufnahme, die endlich klärt, wo wir in Zukunft am besten untertauchen können.
List, Westerland und die große Analyse
Natürlich ist die geschlossene Halle in List das Gesprächsthema beim Bäcker. Wird sie saniert? Wird sie neu gebaut? Oder wird sie am Ende ein Denkmal für die geduldige Planung? Die Experten prüfen alles: Baustatik, Eigentum und die Frage, wie viele Bahnen man braucht, um unsere Serienmeister weiterhin bei Laune zu halten.
Gleichzeitig schielt man auf das Sportbecken der Sylter Welle in Westerland. Da wird gerechnet und geschoben, damit vom Seepferdchen-Anwärter bis zum Profi-Wasserballer jeder seinen Platz findet, ohne dass es zu unfreiwilligen Begegnungen im Wasser kommt.
Geduld ist die Tugend des Insulaners
„Wir befinden uns in einem strukturierten Prozess“, lässt die Inselverwaltung charmant ausrichten. Das ist die höfliche Umschreibung für: Wir wollen es diesmal richtig machen, damit die Lösung auch so lange hält wie eine gute Wattwanderung.
Bis zum Jahresende müssen wir uns noch gedulden, dann sollen die Ergebnisse der „gesamtinsularen Sportstättenentwicklungsplanung“ (ein Wort, so lang wie eine Bahn im 50-Meter-Becken) auf den Tisch kommen.
Es ist wie beim Schwimmen selbst: Manchmal muss man tief Luft holen, bevor man zur nächsten Wende ansetzt. Aber bei so viel sportlichem Erfolg im Rücken sind wir uns sicher: Am Ende wird auf Sylt niemand im Trockenen sitzen gelassen. Wir freuen uns schon darauf, wenn es statt „Wir planen“ endlich wieder heißt: „Ab ins Wasser!“

