Ein Imbiss sorgt für Schlagzeilen
Die kleine Imbissbude an der Nordseeklinik in Westerland auf Sylt hat in den letzten Tagen für viel Gesprächsstoff gesorgt. Für stolze 284.000 Euro wechselte das unscheinbare Backsteinhäuschen bei einer Auktion in Berlin den Besitzer – und wurde prompt als „Deutschlands teuerste Pommesbude“ durch die Medien gereicht.
Quadratmeterpreis: Viel Lärm um wenig Fett
Wer genauer hinschaut, merkt schnell: Die kursierenden Quadratmeterpreise von über 10.000 Euro sind mit Vorsicht zu genießen. Tatsächlich liegt der Preis für das 25 bis 35 Quadratmeter große Gebäude – je nach Quelle – bei etwa 11.000 Euro pro Quadratmeter. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Für Sylter Verhältnisse ist das Grundstück mit einem Quadratmeterpreis von knapp 1.700 Euro eher im mittleren Bereich angesiedelt und keineswegs ein Rekordwert. Die teils im Netz genannten Summen von 11.000 bis 14.000 Euro pro Quadratmeter beziehen sich auf die reine Nutzfläche des Gebäudes, nicht auf das gesamte Grundstück samt Außenplätzen und Stellplätzen. Im Vergleich zu anderen Sylter Immobilien ist das also „alles halb so heiß, wie es frittiert wird“.
Wer hat den Imbiss ersteigert?
Der neue Eigentümer ist kein Unbekannter: Thomas Drechsel, ein Berliner Unternehmer und ehemaliger Betreiber der bekannten Currywurst-Kette „Wurstmaxe“, hat den Imbiss für seine Tochter ersteigert. Die Familie hat bereits eine lange Verbindung zu Sylt und plant, die Tradition der Currywurst auf der Insel wieder aufleben zu lassen. Die Tochter möchte gemeinsam mit ihrem Vater das Kultgericht zurück nach Westerland bringen – ein Comeback der Currywurst ist also in Planung.
Chancen für die neue Bude: Wurst statt Döner
Die Chancen für den neuen Imbiss stehen nicht schlecht. Auf Sylt gibt es kaum Möglichkeiten, spontan „rechts ranzufahren“ und sich eine Wurst zu gönnen – abgesehen von den wenigen Dönerbuden. Die Nachfrage nach unkomplizierten, schnellen Snacks ist da, besonders in der Nähe der Klinik, an einer Bushaltestelle und nur zehn Gehminuten vom Strand entfernt. Mit zwölf genehmigten Außenplätzen und zwei Parkplätzen bietet der Standort zudem mehr als nur Pommes und Currywurst – er könnte zu einem neuen Treffpunkt für Einheimische und Gäste werden.
Fazit
Der Hype um die „teuerste Pommesbude Deutschlands“ ist also vor allem ein Medienphänomen. Der tatsächliche Preis ist für Sylt nicht außergewöhnlich, und die neue Betreiberfamilie bringt Erfahrung und Leidenschaft mit. Vielleicht wird die kleine Bude an der Nordseeklinik bald zum neuen Hotspot für alle, die auf der Insel Lust auf eine schnelle Wurst haben – und das ganz ohne überhitzte Schlagzeilen.

