Ungefähr 40 Schüler der 11. Klasse des Gymnasiums auf Sylt, hauten gestern ordentlich auf die Tonne. In selbige würden Sie am liebsten die Profiloberstufe in nordfriesischen Gymnasien stecken. Ihr Protest vor dem Westerländer Rathaus richtete sich nicht gegen ihre Schule oder ihre Lehrer, sondern nur gegen das Schulgesetz aus Kiel.

Sylter Gymnasiasten demonstrieren gegen die Profiloberstufe
Schüler Protest gegen die Profiloberstufe an nordfriesischen Schulen. Zwar war der Schulleiter Dr. Norbert Spahn, nicht im vorhinein über die Aktion von den Schülern informiert worden, er hat aber Verständnis für ihren Unmut über die Arbeitsbelastung. Den inzwischen haben die Schüler zwischen 35 und 38 Unterrichtsstunden in der Woche, dazu kommen noch die Hausaufgaben und die Vorbereitungen auf die Klausuren, da bleibt kaum noch Freizeit. Die Schüler wollen ihr altes Kurssystem wieder zurück, das ihnen auch noch etwas mehr Freizeit gelassen hat. Dafür wurde nicht nur auf Sylt sondern auch zeitgleich an 4 anderen Gymnasien in Nordfriesland demonstriert.
Es gibt auch erste kleine Anzeichen bei der Schulbehörde, das ganze nochmal zu überdenken und nachzubessern.

Petra Reiber diskutiert mit Schülern vor dem Rathaus in Westerland
Petra Reiber diskutiert auf dem Rathausvorplatz mit den Sylter Elftklässlern.

Das schreibt Wikipedia zur Profiloberstufe in Schleswig Holstein

Die Profiloberstufe wurde in Schleswig-Holstein zum Schuljahr 2008/09 eingeführt. Das erste Schuljahr der Profiloberstufe wird als „Einführungsphase“ bezeichnet, die beiden folgenden Schuljahre als „Qualifikationsphase“. Die Schulfächer werden in die drei Aufgabenfelder „sprachlich-literarisch-künstlerisch“, „gesellschaftswissenschaftlich“ und „mathematisch-naturwissenschaftlich“ eingeteilt. Zusätzlich gibt es die sogenannten „Kernfächer“ Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache. Alle Fächer sind gleich wert, d.h. sobald man in einem, egal welchem, Fach schlechter als „ausreichend“ (5 Punkte) ist, ist die Versetzung gefährdet. Da es keine offiziellen Ausgleichsmöglichkeiten durch andere Fächer gibt, entscheidet die Schulkonferenz im Falle einer nicht ausreichenden Leistung über die Versetzung des Schülers.

Die Schulen können grundsätzlich „naturwissenschaftliche“, „sprachliche“, „gesellschaftwissenschaftliche“, „ästhethische“ und „sportliche“ Profile anbieten. Ein Profil besteht mindestens aus den drei Kernfächern, einem „Profil gebenden" Fach, welches aus dem Aufgabenfeld des Profiles stammen muss (z.B.: ästhetisches Profil: Kunst) und zwei „Profile ergänzenden“ Fächern, die aus den übrigen Aufgabenfeldern stammen und eine gemeinsame thematische Ausrichtung mit dem Profil gebenden Fach haben sollen. Die Kernfächer und das Profil gebende Fach werden in der Einführungsphase dreistündig, in der Qualifikationsphase vierstündig unterrichtet. In diesen müssen pro Halbjahr zwei Klassenarbeiten geschrieben werden, in den übrigen Fächern muss eine Klassenarbeit geschrieben werden. Die Fächerkonstellationen werden von der Schule vorgegeben, bis auf die Wahl des Profiles gibt es vom Schüler in der Regel keine direkten (Ab)wahlmöglichkeiten. Die Regelstundenzahl beträgt die ganze Oberstufe durchgehend 34 Stunden, der Unterricht findet mit Klassenverband statt.

Die Abiturprüfung besteht aus fünf Prüfungen in unterschiedlichen Fächer. Zwei Schriftliche Prüfungen müssen in den Kernfächern abgelegt werden, eine im Profil gebenden Fach. Bei den Prüfungen in den Kernfächern handelt es sich um Zentralabitur. Das dritte Kernfach darf kein weiteres Prüfungsfach sein. Die anderen zwei Prüfungsfächer können vom Schüler gewählt werden, allerdings müssen alle drei Aufgabenfelder abgedeckt sein. In einem dieser vom Schüler ausgewählten Prüfungsfächer muss eine mündliche Prüfung abgelegt werden, in dem anderen können die Schüler sich zwischen einer Präsentationsprüfung, einer schriftlichen oder einer „besonderen Lernleistung“ entscheiden. Die Abiturprüfung geht zu 1/3 in die Endnote ein. Alle ins Abitur mit eingebrachten Ergebnisse aus der Qualifikationsphase werden gleich gewertet.

Folgen

Die Einführung von Profiloberstufen stellt eine Rationalisierungsmaßnahme dar, mit der Ressourcen gebündelt und fächerübergreifendes Arbeiten erleichtert werden sollen, da der Schüler nun einen bestimmten Themenkomplex aus verschiedenen Perspektiven beleuchten kann. Dies geschieht allerdings auf Kosten einer Einschränkung seiner Wahlmöglichkeiten z.T. schon in der Einführungsphase der Oberstufe (also vor der eigentlichen Kursstufe).

Da die Schüler nun zwangsweise in größeren Unterrichtsgruppen zusammengefasst werden, spart der Staat Lehrerstunden ein.

 

 

 

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