Schwitzen? Nein danke! Warum wir auf Sylt den klimatischen Sommer-Jackpot geknackt haben
Schwitzen? Nein danke! Warum wir auf Sylt den klimatischen Sommer-Jackpot geknackt haben

Schwitzen? Nein danke! Warum wir auf Sylt den klimatischen Sommer-Jackpot geknackt haben 

Während das Festland aktuell unter einer massiven Hitzeglocke stöhnt, bei der sich selbst der Asphalt nach Abkühlung sehnt und Tischventilatoren zur neuen harten Währung werden, blicken wir hier oben auf unserer Insel fast schon ein bisschen ungläubig auf die tiefroten Wetterkarten der Tagesschau. Rekordtemperaturen jenseits der 35-Grad-Marke? Tropennächte in der Großstadt?

Machen wir uns nichts vor: Wir sind auf Sylt gerade unverschämt privilegiert.

Wenn im Süden der Republik die Menschen nachts verzweifelt versuchen, mit nassen Handtüchern über dem offenen Fenster auch nur den Hauch eines Luftzugs zu erzeugen, ziehen wir uns genüsslich noch einmal die Sommerbettdecke bis zum Kinn. Unsere Insel-Klimaanlage läuft schließlich zuverlässig, flächendeckend und völlig emissionsfrei – wir nennen sie einfach "Nordseewind".

Natürlich, bei uns klettert das Thermometer selten auf jene extremen Spitzenwerte, bei denen man Spiegeleier auf der Motorhaube braten könnte. Wir rufen ja traditionell ab 26 Grad schon den regionalen Hitzekollaps aus. Aber ganz ehrlich? Wer will diese Backofen-Temperaturen schon haben! Wir haben hier oben stattdessen die absolute Premium-Mischung des Sommers gepachtet: Strahlender Sonnenschein, der die Wellen der Nordsee karibisch glitzern lässt, kombiniert mit dieser herrlich klaren Frische in der Luft, die einen nicht schon beim Verlassen des Hauses schweißgebadet in die Knie zwingt.

Das wahre Privileg zeigt sich dann, wenn die Sonne tiefer steht. Diese endlosen, lauen Sommerabende... Während der Rest des Landes auch um 22 Uhr noch in einer stehenden, drückenden Luftmassen-Suppe badet, sitzen wir bei entspannten Temperaturen mit einem kalten Getränk in den Dünen, am Strand oder auf der Terrasse. Die salzige Brise weht durch die Haare, das Rauschen der Brandung gibt den Takt vor und wir genießen ein Klima, bei dem man tatsächlich noch tief durchatmen kann.

Also, liebe Festland-Schwitzer: Wir fühlen natürlich mit euch (ein kleines bisschen zumindest). Und wenn ihr es zwischen Beton und Asphalt gar nicht mehr aushaltet – ihr wisst ja, wo die friesische Abkühlung liegt. Bringt euch für unsere perfekten Sommerabende aber zur Sicherheit lieber einen leichten Pullover mit. Wir wollen ja nicht, dass ihr euch bei unseren erfrischenden Temperaturen am Ende noch erkältet!