Sylts Lebensader in Gefahr – Der Kampf um die Schiene und Straße
Sylts Lebensader in Gefahr – Der Kampf um die Schiene und Straße

Westerland/Heide. Wer auf Sylt lebt oder arbeitet, kennt das Gefühl, "am Ende der Leitung" zu sitzen. Beim 11. Verkehrsforum Westküste wurde deutlich, dass dieses Gefühl trügerisch real ist. Die Sorge, dass der Bund bei künftigen Sparmaßnahmen den Rotstift bei den Infrastrukturprojekten im hohen Norden ansetzt, trieb die Teilnehmer in Heide um. Für die Insel ist eine funktionierende Anbindung über den Hindenburgdamm und die Zufahrtswege auf dem Festland jedoch keine Option, sondern existenzielle Notwendigkeit.

Das Forum machte klar: Die Energiewende, die maßgeblich an der Nordseeküste vorangetrieben wird, benötigt logistische Schwergewichte. Ohne intakte Schienen und ausgebaute Bundesstraßen können weder Windkraftanlagen transportiert noch der touristische Verkehr bewältigt werden. Die Regionale Kooperation Westküste will nun beweisen, dass Investitionen hier oben kein regionales Geschenk, sondern von nationalem Interesse sind.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Truels Reichardt versprach, die Dringlichkeit der Lage in Berlin immer wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Für die Sylter bleibt die Hoffnung, dass die neue Studie im kommenden Jahr die nötigen Argumente liefert, damit die Züge pünktlich rollen und die Straßen dem Ansturm standhalten. Bis dahin bleibt der Blick skeptisch auf die Entscheidungsträger in der Hauptstadt gerichtet.