Die Partie begann direkt mit einer unfreiwilligen Wartezeit. Da die Umkleidekabinen durch vorherige Spiele noch belegt waren, verzögerte sich der für 15:30 Uhr geplante Anpfiff um eine halbe Stunde.
Auf der Platte sorgten die Gäste aus Sieverstedt dann für die nächste Überraschung: Zum ersten Mal in der laufenden Saison geriet der TSV Westerland in den Anfangsminuten in Rückstand. Die Gäste agierten mutig, kamen immer wieder zu erfolgreichen Abschlüssen aus der Distanz und bereiteten der heimischen Abwehr mit platzierten Hüftwürfen Probleme. Erst nach fünf Minuten fanden die Sylterinnen ihren Rhythmus und drehten die Partie zu einer knappen 4:3-Führung.
Verletzungsschock als Weckruf
In der 11. Minute stockte der Halle kurz der Atem, als die Sylter Nummer 4 nach einer Abwehraktion am gegnerischen Kreis unglücklich zu Boden ging. Glücklicherweise konnte sie nach einer kurzen Unterbrechung unter großem Applaus weiterspielen.
Diese Szene wirkte auf das Team des TSV Westerland wie eine echte Initialzündung. Plötzlich war das Tempo da. Angeführt von Miedecke und Petersen, die mit wuchtigen Rückraumtreffern glänzten, zogen die Gastgeberinnen das Spiel nun clever auf und setzten auch ihre Außenspielerinnen glänzend in Szene. Da gleichzeitig die Sylter Torfrau zu gewohnter Stärke fand und unter anderem zwei Siebenmeter parierte, ging es mit einem beruhigenden 7-Tore-Vorsprung in die Kabinen.
Ein zerrissenes Netz und die Vorentscheidung
Die zweite Halbzeit startete physisch intensiver, da sich Sieverstedt noch lange nicht aufgegeben hatte. In der 37. Minute folgte dann die kurioseste Szene des Spiels: Ein Wurf der Sylterin Petersen schlug derart hart im Gehäuse ein, dass die Netzaufhängung am linken Pfosten abriss. Der souveräne Schiedsrichter griff kurzerhand selbst zum Panzertape und behob den Schaden professionell.
Im Anschluss dominierte Westerland das temporeiche Geschehen endgültig. Dank einer hohen Treffsicherheit im Angriff und einer überragenden Torhüterleistung, die schnelle Konter und verdeckte Würfe vereitelte, schraubten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung mühelos auf zehn Tore in die Höhe.
Souveräner Endspurt und großes Lob an die Gäste
In den Schlussminuten nahm der TSV Westerland etwas den Fuß vom Gas. Die Gäste versuchten, den Spielfluss mit einer Zweier-Fraudeckung zu stören, was den Sylter Außenspielerinnen jedoch die perfekten Räume für weitere Treffer eröffnete.
Trotz des deutlichen 44:27-Endstands gebührt dem TSV Sieverstedt größter Respekt. Das Tabellenschlusslicht bewies enormen Kampfgeist, gab sich selbst bei einem 15-Tore-Rückstand nie auf und agierte bis zur letzten Sekunde absolut fair. Damit trugen die Gäste maßgeblich zu einem überaus unterhaltsamen und fairen Handballnachmittag bei.

