Zwei Nachwuchsschwimmer des TSV Westerland auf Sylt haben bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen in Berlin für Aufsehen gesorgt. Lennart Guetari und Johanna Gerlach zeigten Leistungen, die beweisen: Spitzensport auf Sylt ist möglich – auch ohne perfekte Infrastruktur.
Denn die Bedingungen auf der Insel sind sportlich herausfordernd. Das einzige verfügbare Becken in Westerland misst lediglich 25 Meter – für nationale Wettkämpfe eine schwierige Ausgangslage. Der TSV begegnet dieser Situation mit Einfallsreichtum: Landtraining, Kooperationen mit Fitnessstudios und Trainingsreisen zu Vereinen in Dänemark gehören zum Alltag. Dass dieser Weg erfolgreich ist, haben Berlin eindrucksvoll gezeigt.
Lennart Guetari war in seiner Paradedisziplin Schmetterling schlicht auf Top-Niveau. Über alle drei Startdistanzen – 50, 100 und 200 Meter – verbesserte er seine persönlichen Bestmarken. Die 100 und 200 Meter brachten ihm jeweils Platz 14 im Bundesvergleich, über 50 Meter kam er auf Platz 22. Ein Leistungssprung, der ihn zur Nummer eins seines Vereins macht.
Die bewegendste Geschichte des Wettkampfes schrieb jedoch Johanna Gerlach. Bereits ihre Qualifikation für die 50 Meter Schmetterling war eine Leistung – als eine der dreißig besten Schwimmerinnen ihrer Altersklasse in ganz Deutschland. Beim Startsprung passierte das Unglück: ein knöcherner Ausriss, sofortige Schmerzen, eine ernste Verletzung. Johanna schwamm trotzdem. Sie biss die Zähne zusammen, absolvierte das Rennen bis zum Ende und belegte Platz 31 – ein Ergebnis, das weit mehr Respekt verdient als so manche Medaille.
Weiter geht es Ende Juni beim SHSV-Nord-Ostsee-Sprint in Heide. Lennart Guetari startet dort erneut in voller Wettkampfstärke. Johanna Gerlach wird ihre Verletzung zunächst vollständig auskurieren. Sylt kann stolz sein auf diese beiden außergewöhnlichen jungen Athleten.
