Urlaubsparadies Sylt – Wie alles begann

Sunset KampenSie ist die Königin der Nordsee und zählt zu den beliebtesten Urlaubszielen in Deutschland überhaupt: Mehr als 850.000 Urlauber zieht es alljährlich auf die Insel Sylt, der Tourismus ist die mit weitem Abstand wichtigste Einnahmequelle. Der Startschuss für den Fremdenverkehr fiel in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Westerland wird zum Seebad

Das Jahr 1855 gilt als Wendepunkt in der wirtschaftlichen Entwicklung Sylts, dessen Bewohner jahrhundertelang vor allem von der Seefahrt, der Fischerei und dem Walfang gelebt hatten. Die Verwandlung Sylts zum Touristen-Magneten nahm ihren Anfang im Ortsteil Westerland. Ab 1855 durfte er sich mit dem Prädikat „Seebad“ schmücken. Im Sommer desselben Jahres wurden erstmals Badekarten, die Vorläufer der heutigen Kurkarten, an Urlauber ausgegeben. Sie berechtigten zur Nutzung der am Strand aufgestellten Umkleidezelte. Besonders viele Gäste kamen in der Urlaubsaison 1855 aber nicht: Die rund 500 Einwohner Westerlands beherbergten insgesamt gerade mal 98 Feriengäste!

Für einen Massenansturm wäre Westerland aber auch gar nicht gewappnet gewesen, es mangelte an allen Ecken an Komfort. Noch 1859 gab es lediglich zwei Unterkünfte, die Urlaubern eine halbwegs komfortable Übernachtungsmöglichkeit boten. Eine davon war das erste neu erbaute Hotel von Westerland, die 1858 eröffnete und später in „Hotel Union“ umbenannte „Dünenhalle“.

Beschwerliche Anreise

Ein weiterer Stolperstein war die strapaziöse Anreise. Sylt-Besucher mussten zunächst mit der Bahn von Hamburg nach Rendsburg fahren und dort in den Zug nach Husum wechseln. Nach einer Übernachtung ging es mit dem Dampfschiff zur Insel Föhr und von dort aus mit einem weiteren Boot an die Ostspitze Sylts. Die letzte Etappe nach Westerland absolvierten die Gäste dann in einem Fuhrwerk.

Die Zahl der Touristen wuchs dennoch Jahr für Jahr. 1880 kamen bereits 2.000 Besucher, 1905 waren es mehr als 22.000 Gäste. Einen besonderen Trumpf der Insel stellte das erste deutsche Familienbad dar, das 1902 eröffnet wurde. Hier durften Männer und Frauen erstmals gemeinsam baden gehen, während zuvor die Strandabschnitte streng nach Geschlechtern getrennt waren. Auf die Wahrung der Moral wurde aber streng geachtet, man hielt sich bedeckt: Die Frauen trugen am Strand weite wallende Röcke, die Männer behielten auch in der Sommerhitze ihren Anzug an.

Ein besonders beliebter Zeitvertreib war schon damals der Bau von Sandburgen. Anfang des 20. Jahrhunderts reihte sich Bauwerk an Bauwerk, mit Muscheln und Wimpeln verzierte Wälle sollten die Sandburgen vor der zerstörerischen Kraft der Nordsee schützen. Die Kurverwaltungen veranstalteten Wettbewerbe, bei denen die schmucksten Sandburgen prämiert wurden.

Sylt bekommt eine Eisenbahn

Mit dem Bau der Inselbahn fiel noch im 19. Jahrhundert der Startschuss zur Ausweitung des Fremdverkehrs auf weitere Ortschaften Sylts. 1888 wurde die erste Trasse eröffnet, die vom Hafen Munkmarsch, dem Anlegeplatz der Dampfschiffe, nach Westerland führte. 1902 folgte die Strecke von Westerland nach Hörnum, ein Jahr konnte man per Bahn auch von Westerland nach Kampen fahren. 1908 wurde die Strecke bis List verlängert.

Mammutprojekt Hindenburgdamm

Ab 1920 begann sich Westerland zu einem mondänen Seebad zu entwickeln, doch ein großes Manko blieb: die umständliche Anreise per Schiff, die abhängig von den Gezeiten war. Schon in den Jahren 1875 und 1876 hatte der Geologe Ludwig Meyn Untersuchungen und Probebohrungen zum Bau eines Damms durchgeführt, der die östliche Spitze Sylts mit dem Festland verbinden sollte. 1910 begannen die amtlichen Planungen, vier Jahr später die Bauvorbereitungen – denen der Erste Weltkrieg einen Strich durch die Rechnung machte. Nach dem Krieg gewann der Bau eines Damms an Dringlichkeit, da der Ort Tondern und der Umschlaghafen Hoyerschleuse, über die jetzt die Anreise erfolgte, 1920 an Dänemark fielen. Sylt-Besucher benötigten nun ein Visum, da sie dänisches Staatsgebiet passieren mussten.

Mit dem Bau des Eisenbahndamms ging es dann 1923 los. Doch vier Monate nach Baubeginn machte eine Sturmflut das bislang Errichtete zunichte, die Trasse für den Damm wurde daraufhin weiter gen Norden verlegt. Als Baumaterial für den Damm dienten etwa 120.000 Tonnen Steine sowie drei Millionen Kubikmeter Sand und entwässerter Schlick, die vom Festland herangeschafft werden mussten. Die Bauarbeiten dauerten vier Jahre, 1.000 bis 1.500 Arbeiter schufteten unter teils menschenunwürdigen Bedingungen. Die Kosten beliefen sich auf rund 18,5 Millionen Reichsmark – das machte rund 1.700 Reichsmark pro Meter. Der Damm erhielt den Namen Hindenburgdamm – nach dem damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, der die Bahnstrecke am 1. Juni 1927 einweihte und als erster offizieller Fahrgast vom Bahnhof Klanxbüll auf dem Festland nach Westerland fuhr.

Mit der Bahnverbindung über den Hindenburgdamm konnte der Fremdenverkehr auf Sylt richtig durchstarten. Nach einer kriegsbedingten Stagnation schnellten die Besucherzahlen in die Höhe, in den 1960er Jahren gab es einen Bauboom. Hotels, Apartmentblöcke und Ferienhäuser schossen aus dem Boden. Für Besucher steht heute eine Vielzahl an Unterkünften jeder Preisklasse zur Verfügung. Besonders bequem lassen sie sich per Internet buchen, eine gute Adresse ist beispielsweise Cofman, das Ferienhausportal.

 

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