Küstenschutz auf Sylt



Die Nordsee ist ein sehr raues Meer. Mit großer Gewalt trifft sie auf die Küsten der nordfriesischen Inseln sowie das Festland. Besonders stark betroffen ist dabei die Insel Sylt. Jährlich gehen ein bis vier Meter der Westseite an das Meer verloren. Das macht rund eine Million Kubikmeter Sand im Jahr. Bei dieser gewaltigen Kraft könnte man theoretisch mit einem Meter Strand den Energiebedarf von vier Haushalten decken.
Um die reißende Strömung ein wenig einzudämmen, wurden in den letzten Jahren viele Methoden ausprobiert.

Die Buhnen

Die ersten Buhnen wurden im Jahr 1867 am roten Kliff in Kampen aufgestellt. Sie bestehen aus Holz oder Beton, manchmal auch Stahl. Es handelt sich hierbei aneinander gereihte Pfähle, die senkrecht in das Meer hinein verlaufen. Der Zweck besteht darin, die Wellen zu brechen, Strömungen vom Strand fernzuhalten und diese zu leiten, um das Sandabtreiben vom Strand zu verhindern. Leider hat diese Methode nichts gebracht. Im Gegenteil. Die Strömung an den Buhnen in sehr stark. Wer am Strand schwimmen geht sollte aufpassen, nicht zu nahe an die Buhnen heranzugehen, da es in den letzten Jahren schon viele Unfälle mit tödlichen Folgen gegeben hat. Auch das Ökosystem wurde durch den Bau durcheinander gebracht.

Die Tetrapoden

Als nächstes hat man die Tetrapoden ausprobiert. Diese etwa sechs Tonnen schweren Betonriesen wurden als Wellenbrecher eingesetzt. Auch hier blieb leider der Erfolg aus. Die Wellen wurden zwar gebrochen, haben aber den Sand unter den Tetrapoden trotzdem mitgenommen. Außerdem sind die großen Betonklötze dann teilweise in den Sand eingesunken.

Biologische Maßnahmen

Eine weitere Maßnahme für den Schutz der Insel ist das Pflanzen von Dünengräsern. Man will dadurch den Sand, der vom Wind transportiert wird, an der seewärtigen Düne festhalten. So steht er bei Sturmfluten zur Verfügung. Vor allem an Gebieten, bei denen eine Sandaufspülung stattgefunden hat, wird dieses Verfahren genutzt, damit der frisch aufgespülte Sand nicht wegfliegt. Mit diesen Maßnahmen werden auch Dünenlücken geschlossen, die bei einer Sturmflut auftreten können.

Sandaufspülungen

Sandvorspülung auf SyltDer Sand für die Aufspülungen wird etwa acht Kilometer von der Küste entfernt mit einem Spülschiff genommen. Dort saugt der Bagger aus 15 Metern Tiefe den Sand ein. Wasser, das ebenfalls eingesogen wird, fließt sofort ab. Wenn der Laderaum gefüllt ist, fährt das Schiff in Richtung Küste und pumpt den Sand an den Sylter Strand. Der Sand wird dann mit Planierraupen verteilt. Diese Prozedur wiederholt sich und findet sechs Mal am Tag statt, in dem Zeitraum von sechs Monaten im Jahr. Die erste Aufspülung fand 1972 statt, seit 1983 wird sie jedes Jahr ausgeführt.

Weiterer Küstenschutz

Die Sylter Häfen wurden nicht für den Schutz der Insel gebaut. Diese machen einerseits den Schiffverkehr mit anderen Inseln oder dem Festland möglich, tragen andererseits dem Schutz der Insel bei. Während einer Sturmflut können sie Schäden dämmen.
Ähnlich wie die Häfen aus einem anderen Zweck gebaut ist der Hindenburgdamm. Eigentlich sollte er dazu dienen, dass Züge von Sylt auf das Festland fahren können und zurück. Durch diesen Damm wird die Überflutung der Nössehalbinsel vom Norden her begrenzt.
Auch die Deiche fördern den Schutz der Gebiete, die nur knapp über dem Meeresspiegel liegen. Diese Methode wird schon seit dem Mittelalter genutzt. Von diesen sind nur noch Fragmente übrig, die in den 30er Jahren überbaut wurden.
Als zusätzliche Verstärkung der Deiche wurden die Lahnungen errichtet. Diese sind besonders gut bei einer Fahrt im Zug über den Hindenburgdamm zu sehen. Gemeint sind die etwa 100 x 200 Meter großen Felder, die von Holzpflockreihen mit dazwischen geschnürten Sträuchern, auch Faschinen genannt, umrundet sind. Die Lahnungen dienen der Landgewinnung und bieten Schutz für das Wattenmeer auf der Ostseite der Insel.
Damit die Insel nicht vollkommen vom Meer verschluckt wird ist es wichtig, weiterhin diese Schutzmaßnahmen durchzuführen. Denn wenn Sylt verschwindet geht auch ein sehr wichtiger Wellenbrecher für das gesamte nordfriesische Festland verloren.

 

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