Sandvorspülung SyltEine Besiedlung der Insel erfolgte bereits vor 6 000 Jahren. Als der Meeresspiegel nach dem Jahr 1 000 verstärkt anstieg, versanken Marschländereien und Häuser in den Fluten, so dass  sich die Menschen auf die Siedlungsflächen der höher liegenden Gebiete zurückzogen.

Durch den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg gelangten immer weitere Teile der Geestflächen unter Einfluss der Meeresbrandung, wobei der Wind den losgelösten Sand zu Dünen bzw. Wanderdünen auftürmte. Um eine weitere Strand- und Dünenerosion zu verhindern, wurden zunächst die Dünen befestigt und später Buhnen, Deckwerke, Ufermauern und Tetrapoden errichtet. Insgesamt konnte die fortschreitende Erosion durch die festen Bauwerke nur wenig verringert werden. Mit den 1972 erstmalig auf Sylt durchgeführten Sandaufspülungen wurde der Strand vor Westerland wiederhergestellt. Seit 1984 finden die Sandaufspülungen regelmäßig entlang der gesamten Westküste der Insel statt. Dadurch konnte der weitere Küstenrückgang an Düne und Kliff sowie die Zerstörung vorhandener Küstenschutzanlagen verhindert werden. Der natürliche jährliche Sandverlust beträgt rd. 1 Mio. m3. Im Zeitraum von 1972 bis 2009 wurden 39,8 Mio. m3 Sand aufgespült, wovon bisher rd. 1,6 Mio. m3 Sand im Vorstrand verklappt worden sind, um die Erosion im Küstenvorfeld auszugleichen.

Bei erhöhten Wasserständen wird der Sand aus den aufgespülten Sanddepots und geschaffenen Vordünen in die Wasserwechselzone bzw. den Vorstrandbereich umgelagert.

Sandaufspülungen 2010

Zum Ausgleich der jährlichen Sandverluste wird von Mitte April bis Mitte Oktober 2010 für 5,7 Mio. Euro eine Menge von 0,945 Mio. m3 Sand auf 7,7 km Strandlänge aufgespült. Weitere Kosten entstehen durch begleitende Untersuchungen aufgrund einzuhaltender naturschutzrechtlicher Auflagen. Der Sand wird aus einem rd. 7 km vor der Küste liegenden Sandentnahmegebiet entnommen. Die Bauaufsicht wird vom Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) im Namen des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein wahrgenommen. Die technische Abwicklung wird durch die Firma Hahlbrock Marine Technologie unterstützt. Zur Durchführung der Strandaufspülungen ist die Firma Rohde Nielsen A/S beauftragt. Sie setzt die Spülschiffe THOR R und FREJA R (Laderauminhalt: 2 000 m3) ein. Für das Verlegen der Spülrohre und die Durchführung von Planierarbeiten ist die Firma  Nahmen Christiansen aus Tinnum/Sylt im Einsatz.

Begleitende Vermessungsarbeiten

Die Planung und Durchführung der Sandaufspülungen werden durch Vermessungsarbeiten des LKN-SH begleitet. Während das Vermessungsschiff OLAND in Bereichen größerer Wassertiefen zum Einsatz kommt, peilt das Vermessungsboot HAFENLOT den strandnahen Unterwasserbereich. Die Positionsbestimmung erfolgt mit Hilfe von Satelliten. Die Vor- und Nachvermessungen der Aufspülungen erfolgen terrestrisch zu Fuß auf dem Strand und im Vordünenbereich. Nach Abschluss aller Küstenschutzarbeiten wird im Frühherbst jedes Jahres der Strandzustand entlang der gesamten Westküste der Insel mit Hilfe einer Laserscanbefliegung ermittelt, um die langfristige Küstenentwicklung beurteilen zu können. Im Herbst dieses Jahres wird aufgrund des im Fachplan Küstenschutz Sylt aufgestellten Mess- und Beobachtungskonzeptes neben dem Strand auch der Vorstrand komplett vermessen, um die Entwicklung des Küstenvorfeldes zu analysieren. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bemühen sich, Störungen möglichst gering zu halten. Bitte achten Sie darauf, Abstand zu den eingesetzten Fahrzeugen (z.B. Vermessungsboot HAFENLOT) und Geräten (z.B. Planierraupe) zu halten. Die Maßnahmen  finden in enger Abstimmung mit den Gemeinden der Insel und dem Landschaftszweckverband Sylt statt, so dass möglichst wenige Beeinträchtigungen der unterschiedlichen Nutzungen auftreten.

Herausgeber:
© LKN-SH | Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein, Herzog-Adolf-Straße 1 | 25813 Husum | Tel. 04841 667-0 | poststelle.husum@lkn.landsh.deDiese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
Redaktion, Gestaltung: Arfst Hinrichsen, Elisabeth Koop Fotos: Archiv LKN-SH, Wolfgang Siegfriedt ; Karten, Grafik: Arfst Hinrichsen, www.lkn.schleswig-holstein.de, 03/2010

 

 

 

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