Der Schatz im Sand

Die Geschichte liegt mittlerweile mehr als vierzig Jahre zurück. Damals war es erlaubt, Sandburgen auf Sylt zu bauen- egal wie groß, bzw. tief.

In jenem Sommer- es muss 1967 gewesen sein- hatten meine Familie und ich (8 Jahre) eine Familie aus Hildesheim u.a. als Strandnachbarn. Schnell hatte man sich bekannt gemacht und wurde auch mit deren Eigenheiten und internen Abläufen vertraut. Wissen muss man auch, dass es zu dieser Zeit keinerlei Verpflegungsmöglichkeiten in  unmittelbarer Strandnähe gab. Schon gar nicht in dem Strandabschnitt in Wenningstedt, der an den FKK-Strand grenzte. Die einzige Möglichkeit, sich mit Eß- und Trinkbarem zu versorgen, waren damals  „Hörmanns Klause“, die dazugehörige Milchbar und weiter in der Berthin-Bleeg-Str. das Restaurant-Café Kiose.

Unser Strandnachbar wusste sich dennoch zu helfen, sollte ihn einmal der große Durst überkommen: wir konnten beobachten, dass er morgens zwei Flaschen Bier in seiner Strandburg im Sand vergrub, um sie so vor der Hitze zu schützen und schön kühl zu halten. Jeden Tag um ca. 16.00 Uhr legte er die Flaschen wieder frei und genoss so seine verdiente Erfrischung.

Um einen Anhaltspunkt zu haben, wo er sein Bier vergraben hatte, steckte er jedes Mal ein kleines Hölzchen exakt an die Stelle, unter der sich sein Schatz verbarg. Uns Kindern kam der Umstand, dass sich die ganze Familie komplett zum Baden im Meer begab, zu gute.

Während eines Badeganges zur Mittagszeit betraten wir ( mein Bruder und ich ) die nachbarschaftliche Sandburg und veränderten den Standort des Hölzchens um ungefähr 2 Meter seitlich. Dadurch, dass der Sylter Strandkorb am Tage mehrere Male in die Sonne gedreht werden musste, veränderte sich auch die wahrgenommene Dimension zwischen Strandkorb und „Burgmauer“.

Der Spätnachmittag entlohnte uns Kinder dann mit einer ungeheueren Schadenfreude: Nachdem unser Nachbar unter der Markierung mit den Händen erfolglos geblieben war, griff er zur Sandschaufel und hat sicherlich eine ganze Stunde lang seine Burg umgegraben ( unter lautstarken Beschimpfungen, Stöhnlauten und Flüchen), bis er letztendlich doch noch in den Genuss seines Bieres kam. Im Nachhinein denke ich - egal welche Marke -  es muss das beste Bier in seinem Leben gewesen sein. Natürlich kam er darauf, wer ihm diesen Streich gespielt hatte, doch er nahm es mit Humor!

 

Sylt-Geschichte von Andreas Weis

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