SyltGrenzenlos Jahr um Jahr die Vorfreude auf „Möskendeel“ (Tal der Möwen) und 10 Tage im Zelt (auf Luftmatratze im Stroh) gleich am Fuße der Dünen, ganz nah bei der geliebten Nordsee zu sein.  Dies war die Seligkeit eines kleinen 10-jährigen Mädchens und dies gleich mehr als 10 Jahre lang.

Zwar gefiel mir als Landratte, zumindest beim allerersten Mal, nicht dass wir „Kröten“ stets pünktlich am Frühstückstisch sein mussten, Gemeinschaftsküchendienst zu tun hatten , und mittags und abends das gleiche Prozedere und … die absolute Nachtruhe einzuhalten war, denn es gab doch so viel zu erzählen, was am Tage alles so neu und umwerfend interessant gewesen war. Die Möwen die mich von früh bis spät mit ihrem Flug und ihrem Geschrei begleiteten, das Rauschen des Meeres, das wie Musik in meinen Ohren klang und das Schaukeln der Wellen bereicherten meine Träume.

Nur blöd, fand ich es damals, dass nur an bestimmten Zeiten und unter Aufsicht von DRLG-Leuten gebadet werden durfte. Heute weiß ich weshalb!

Nun muss ich schnell noch etwas Einschieben:

Wir, eine Gruppe von Kids zwischen 10 bis 14 Jahren waren natürlich eine eingeschworene Gemeinschaft und waren meistens auch folgsam!

Auch gute pädagogische Betreuer hatten wir dabei, die Verantwortung für uns trugen und Tag und Nacht für uns da waren. Klar gelang es uns auch so manches Mal sie auszutricksen.

Doch was will ich hier nicht verraten.  Es ist etwas ganz, ganz Anderes:

Ja und was tat eine von diesen erwachsenen Betreuerinnen? die ja auch Vorbild für uns war, die ging doch tatsächlich bei absolutem Badeverbot, ein wenig abseits ins geliebte Nass (weil sie glaubte, wir sehen es nicht und wird wohl nicht so schlimm sein. Da hatte sie sich jedoch mächtig getäuscht, denn die Strafe folgte auf dem Fuß. Eine Nesselqualle nahm Kontakt mit ihrem Körper auf und was dann passierte, war eine heilsame Lehre, für alle die dies hautnah miterlebten: sie schrie vor Schmerzen fürchterlich und lief rasch die Dünen rauf und runter um sich im Gemeinschafts-Waschraum zu kühlen. Sie stellte sich in die große steinerne Waschrinne. Wie im Gänsemarsch waren  ihr die 30 Jugendlichen, die natürlich Mitleid mit ihr hatten, aber auch ein wenig Schadenfreude sich nicht verkneifen konnten. Denn wir hatten ihr verbotenes Tun sehr wohl registriert und hatten kräftig vor uns hingemault, weil sie etwas tat, was uns verboten war. Rasch wurde sie zunächst von oben bis unten mit Quark eingepackt, das sollte kühlen und den Brennschmerz mildern. Doch als sie kurz vor einem Kollaps stand, brachte unser Begleitfahrzeug mit dem dazugehörigen Fahrer, übrigens mein Papa, sie in die Klinik nach Westerland. Dort blieb sie dann 24 Stunden unter ärztlicher Beobachtung.

Eines hatten wir von dieser Missetat gelernt, niemals mehr meckerten oder motzten wir, wenn Badeverbot angesagt war. Denn nicht ohne Grund, wird ein Badeverbot ausgesprochen!

In Windeseile vergingen diese 10 Nordseetage stets und der Bus stand parat um uns zum Bahnhof Westerland zu fahren. Klammheimlich (sollte doch keiner sehen)  wischte ich mir so manche Träne aus den Augen als es über den  Hindenburgdamm Richtung Festland ging.

Mama wunderte sich Jahr um Jahr, dass die Insel überhaupt noch da ist, denn so viel Sand rieselte aus meinen Klamotten und ich sammelte diesen fein säuberlich und er fand neben meinen Strand“schätzen“ einen Erinnerungsplatz gut sichtbar, im Neckartal im Schwabenländle, um mir zu signalisieren komm bald wieder!

Zwischenzeitlich  bin ich knapp 1/ 4Jahrhundert jung und meine Kindheitsträume werden Wirklichkeit.

Ein kleines Appartement am südlichsten Zipfel der Insel (in Hörnum) wird mein.

Oft werde ich zu allen Jahreszeiten zu dir meiner geliebten Nordsee-Insel kommen:

„Du, Geliebte ohne Wenn und Aber“

 

Sylt-Geschichte und Foto von Gundis Liebe

Wir haben Sie ja aufgerufen uns Ihre Sylt-Geschichte bis zum 16.Mai 2011 zu schicken und so an der Verlosung von 12 Sansibar Gutscheinen je 30,40 Euro teilzunehmen. Weitere Infos hier:http://www.sylt-tv.com/sylt-geschichte-sansibar-gutschein-65729.html


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