SVG nimmt erneut Vorreiterposition im ÖPNV ein

Die Sylter Verkehrsgesellschaft hat seit dem 17.10. den derzeit einzigen E-Bus im ÖPNV in Schleswig-Holstein vollständig ins Liniennetz integriert
Am Montag, den 17.10. nahm die Sylter Verkehrsgesellschaft (SVG) den einzigen Elektrobus in Schleswig-Holstein offiziell in Betrieb. Gemeinsam mit Vertretern des Herstellers Sileo (Sven Bohnstedt), des Landschaftszweckverbandes (Katrin Fifeik, Detlef Görke), dem insularen Energieversorger EVS (Andreas Lindacher, Leiter Marketing & Vertrieb) und Silke Wilhelm, Programm-Managerin Elektromobilität der NOW GmbH (Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie) aus Berlin weihte Sven Paulsen, Inhaber der SVG, den neuen E-Bus mit einer kleinen Rundfahrt ein.

 

Erster Elektrobus Schleswig-Holsteins fährt auf Sylt
Erster Elektrobus Schleswig-Holsteins fährt auf Sylt

Damit ist die SVG der derzeit einzige ÖPNV-Betrieb in Schleswig-Holstein, der einen E-Bus nicht nur probeweise integriert. Als Modell hat sich das Unternehmen – nach einer Testreihe im letzten Jahr – für einen SILEO S12 (SILEO GmbH / Salzgitter) entschieden. Der zehn Meter lange Bus hat eine garantierte Reichweite von 230 Kilometern und ist damit ideal für den Einsatz auf der Insel. Der E-Bus ist ab sofort täglich auf unterschiedlichen Linien im Einsatz und wird nachts über einen Starkstromanschluss am Betriebshof geladen (Ladezeit ca. 4-5 Stunden).

 

Der Einsatz des SILEO dient als Pilotprojekt – mittel- bzw. langfristig sollte eine sukzessive Umstellung weiterer Busse von Diesel- auf Elektrobetrieb angestrebt werden, darin sieht Sven Paulsen die Zukunft des ÖPNV. „Allerdings ist dies mit erheblich höheren Kosten verbunden im Vergleich zu dieselbetriebenen Fahrzeugen. Mit 500.000 Euro sind die Anschaffungskosten doppelt so hoch.“, so Paulsen. Er wies noch einmal dringlich darauf hin, dass es an der Zeit sei in Schleswig-Holstein – als eines von den drei letzten Bundesländern ohne Förderung – eine Busförderung bzw. E-Busförderung einzuführen und somit den zukunftsorientierten ÖPNV voranzutreiben. „Zum Beispiel in Thüringen werden 75% der Mehrkosten bei der Anschaffung staatlich übernommen, in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind es 40%. In einem Bundesland wie Schleswig-Holstein in dem soviel Windkraft erzeugt wird – gerade im Kreis Nordfriesland – bietet es sich nahezu an, ein Pilotprojekt und Modellregion für E-Mobilität im Busverkehr zu schaffen. Da hat das Land eindeutig noch Nachholbedarf.“, so Paulsen weiter.

 

Die SVG hat aus Bundesmitteln zur Unterstützung der Verbreitung der E-Mobilität auf kommunaler Ebene insgesamt eine Förderung von 135.550 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erhalten. Den Zuwendungsbescheid nahm Sven Paulsen im Mai persönlich von Minister Dobrindt entgegen.

Auch der Programmleiter Elektromobilität der NOW GmbH, Oliver Braune, sieht den ÖPNV als Kernsegment in der E-Mobilität: „Der Öffentliche Personennahverkehr (kurz ÖPNV) in Deutschland ist Dreh- und Angelpunkt einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Mobilität. Innovative Antriebe mit Batterie und Brennstoffzelle spielen in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Insbesondere Batteriebusse haben in den letzten vier bis fünf Jahren große Entwicklungsschritte vollzogen und sind bereits am Markt verfügbar. Die Herausforderungen bestehen in der Erhöhung des Fahrzeugangebots, in der technologischen Weiterentwicklung mit Blick auf die Reichweite und in der Kostenreduktion gegenüber Dieselbussen.“, so Braune.

Neben einem seit 2011 fahrenden Erdgas-Linienbus, setzt sich die SVG seit Mitte 2013 mit einem möglichen Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr auf der Insel auseinander. Derzeit werden die fünf Überlandlinien und drei Stadtbuslinien mit 21 dieselbetriebenen Bussen und einem erdgasbetriebenen Bus bedient.

 

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