Sylter Grundschüler als aktive Küstenschützer

Sandfangzäune setzen statt Schulbank drücken

 

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Küstenschutz ist für die Insel Sylt unerlässlich. Die 2007 gegründete Stiftung Küstenschutz Sylt hat sich indes nicht nur der Umsetzung von Projekten verschrieben – so wurden im vergangenen Jahr der neue Hochwasserschutz am Alten Kirchenweg in Keitum wie auch die Sanierung des Deiches an der Kampener Vogelkoje finanziell unterstützt –, sondern setzt auch auf theoretische Aufklärung und praktische Anleitungen. Und das bereits ab Kindesbeinen an, wie ein aktuelles Schulprojekt beweist.

Grundschüler auf Sylt beim KüstenschutzEine Woche lang verbrachten die Viertklässler der Westerländer St. Nicolai-Schule die Vormittage nicht wie gewohnt im Klassenzimmer, sondern am Strand. Dort setzten die Mädchen und Jungen mit Fleiß und Freude auf einer Strecke von etwa einem halben Kilometer Sandfangzäune.

Es ist der besondere Wunsch von Vorstand und Aufsichtsrat der Stiftung, Kindern und Jugendlichen die Bedeutung des Küstenschutzes zu vermitteln. Und diese wird besonders anschaulich, wenn der Nachwuchs einmal selbst Hand anlegt“, berichtet der Stiftungsvorsitzende Helge Jansen. Das Angebot wurde allen Sylter Schulen unterbreitet – Interesse meldeten allein die Grundschulen geschlossen an. „Die erste Rückmeldung kam von St. Nicolai-Schule, mit der wir daher den Auftakt gemacht haben“, erläutert Jansen.

Praktischer Unterricht für GrundschülerIm Vorwege wurde der Lehrer Dirk Hohäusel von der Stiftung mit Infomaterial für den Unterricht versorgt – dann ging es für die 21 Kinder hinaus vor Ort: Fünf Vormittage lang setzten sie im Süden Westerlands am Dünenfuß schützende Sandfangzäune anstelle der versandeten oder vom Meer geraubten Vorgänger. Während der Landesbetrieb für Küstenschutz das Material stellte, sorgten Carsten Brause und Kilian Uekermann für die praktische Anleitung. „Die Kleinen sind mit Elan dabei, es macht uns allen viel Spaß“, resümierten die beiden Sylter Wasserbauer.

Ein tolles Projekt, das wir gerne fortsetzen würden“, befand Dirk Hohäusel – und auch die Kinder hätten nichts dagegen: „Das war eine tolle Abwechslung, ich habe mit meinem besten Freund ganz viele Äste eingegraben“, strahlte der zehnjährige Bosse. Und seine neunjährige Klassenkameradin Malia war so emsig bei der Sache, dass „ich gestern sogar ein bisschen Muskelkater hatte“ 

Der Anfang ist gemacht – 2016 geht es weiter: Dann werden mit der Norddörfer-Schule in Wenningstedt und der Boy-Lornsen-Schule in Tinnum kleine Küstenschutz-Projekte ausgearbeitet. „Dabei kann es wieder um Sandfangzäune gehen oder aber um andere Maßnahmen wie Halmanpflanzungen auf den Dünen. So oder so werden den Schulen keine Kosten entstehen – alle Ausgaben trägt die Stiftung Küstenschutz Sylt“, unterstreicht Helge Jansen.

 

 

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