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Autozug Sylt Betreiber RDC D teilt Bedenken zum neuen Fahrplan

Stellungnahme zum Brief von Staatssekretär Dr. Frank Nägele wegen Nichtfahrbarkeit des neuen Fahrplans zwischen Niebüll und Westerland/Sylt.

Der Bahnhof von Westerland bei Nacht

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Niebüll I 08.12.2015 Der Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie Schleswig-Holstein, Dr. Frank Nägele, hat die Deutsche Bahn AG, die Bundesnetzagentur und RDC Deutschland (RDC D) Ende voriger Woche in einem öffentlich gemachten Brief angeschrieben. Darin warnt er vor „unhaltbaren Verkehrsverhältnissen“ in den Bahnhöfen Westerland/Sylt und Niebüll.

DB Fernverkehr, Bundesnetzagentur und RDC D fordert er auf, „kurzfristig nach Lösungsmöglichkeiten“ zu suchen. RDC Deutschland hat sofort reagiert und dem Staatssekretär zugesichert, dass wir zu jeder Zeit bereit sind (und waren) mit allen Beteiligten über die praktische Überführung des Autozugverkehrs in den Wettbewerb zu sprechen. Die Notwendigkeit zur Sicherstellung eines zuverlässigen Verkehrsangebots von und zur Insel Sylt ist RDC D ebenso bewusst – wie ein zentrales Anliegen.

„Brandbrief – diese Bezeichnung trägt das öffentlich gemachte Schreiben von Dr. Nägele zu Recht. Denn dieses kommt jetzt, wenige Tage vor dem Start des neuen Fahrplans bedauerlicherweise so spät, dass es mehr zur Verunsicherung von Insulanern, Pendlern und Syltgästen als zur Lösung der Situation beitragen dürfte“, sagt Hans Leister, Europachef RDC.

Dass der DB Sylt Shuttle die Zahl seiner Fahrten massiv erhöhen wird, ist seit langem bekannt. Dass zudem einen Personentriebwagen mit aufwändigen An-/ Abkuppelmanövern und zusätzlichen Rangierfahrten zwischen Verladeterminal und Personenbahnhof neu installiert wird, ebenfalls.

„Diese Neuerungen sind nicht etwa von erhöhter Nachfrage der Fahrgäste bzw. lange gestellten Forderungen aus der Region ausgelöst. Sondern dienen ausschließlich dem Zweck, einen anderen Anbieter von den Gleisen fernzuhalten“, so RDC D Geschäftsführer Carsten Carstensen.

Erst nach dem vollständigen Unterliegen bei der Rahmenvertragsvergabe hat die DB Fernverkehr ihr neues Konzept aus dem Hut gezaubert. Ein DB-Sprecher sagte bei der Präsentation des Sylt-Shuttle-plus-Konzepts im NDR-Fernsehen: „Wettbewerb macht kreativ". Ergebnis dieser Kreativität ist nun, dass die Fahrbarkeit im Sinne eines stabilen Fahrplans alle beteiligten Eisenbahn- und Infrastrukturunternehmen vor enorme Herausforderungen stellt. Dies übrigens schon ab Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2015 und im Weihnachtsverkehr – wenn RDC D noch gar nicht losfährt. RDC D hat bei vielen Veranstaltungen und Vorbereitungstreffen in den vergangenen Monaten auf die möglichen Folgen des neuen Fahrplans hingewiesen. Leider ohne ein Engagement bei den anderen Beteiligten auszulösen.

RDC Autozug SyltDem Land Schleswig-Holstein, das ursprünglich im gleichen Umfang wie RDC D Autozugtrassen beantragt hat, lag mit der NAH.SH, seiner Bestell-Organisation für den Nahverkehr auf der Schiene, schon im März 2015 ein sog. Konsensfahrplan zur Abstimmung vor. Dieser hätte stündliche Rahmenverträge für RDC D, den Regionalverkehr und die IC-Züge in optimaler Lage vorgesehen; dazu einen verbleibenden Anteil an Autozugtrassen, die im Wettbewerb gestanden hätten. Die Zustimmung über den Konsensfahrplan wurde seinerzeit von der NAH.SH jedoch aus unbekannten Gründen zurückgezogen. Dies obwohl die Bundesnetzagentur dafür die Sicherung des SPNV-Konzeptes mit Rahmenverträgen in Aussicht gestellt hatte. Gleichzeitig hat das Land durch die Annahme von Rahmenvertragstrassen, die nach eigenen Planungen gar nicht genutzt werden, auf der überlasteten Strecke Niebüll-Westerland das Trassenangebot für den Autozug weiter verengt und damit den Wettstreit um die verbleibenden Trassen weiter angefacht.

Bei der Lösung der anstehenden Probleme, die RDC D am wenigsten zu vertreten hat, wirken wir gleichwohl selbstverständlich weiterhin gerne aktiv mit. RDC D ging und geht es um Kooperation statt Konfrontation. Und um fairen Wettbewerb im Eisenbahnverkehr – der Fahrgästen dient, statt ihnen Nachteile zu bescheren.

 

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